Roth: Verheerendes Signal für den Tourismus

Bund kürzt Etat für Radwege-Ausbau

Hersfeld-Rotenburg. Die von der Bundesregierung beschlossenen Kürzungen im Radverkehrsetat stoßen bundesweit auf heftige Kritik zahlreicher Vertreter der Tourismusbranche. Wie aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage im Bundestag hervorgehe, plane die Bundesregierung in den kommenden drei Jahren die Halbierung der Mittel für die Radverkehrsförderung, teilte nun der Bundestagsabgeordnete Michael Roth (SPD) mit.

Waren im Jahr 2010 noch 100 Millionen Euro im Bundeshaushalt für den Ausbau und Erhalt von Radwegen an Bundesfernstraßen vorgesehen, so wurden die Mittel nun systematisch heruntergefahren: 80 Millionen für 2011 und 73 Millionen für 2012. Für die nächsten Jahre sind nur noch 50 Millionen Euro geplant, so Roth unter Berufung auf die Kleine Anfrage.

Michael Roth hält das für ein verheerendes Signal für Nordhessen, weil hier der Radtourismus kontinuierlich an Bedeutung gewonnen habe. Der Radweg entlang der B 62 nach Friedewald wurde vom Bund finanziert. „Von einem gut ausgebauten Radwegenetz profitiert das Gastgewerbe ebenso wie der Einzelhandel“, erklärt Roth.

Neben der wirtschaftlichen Bedeutung hob Roth auch die Wichtigkeit einer gut ausgebauten Radwegestruktur für Mensch und Umwelt hervor. Dass die vom CSU-Verkehrsminister Peter Ramsauer erhofften Einsparungen zu mehr Mitteln für Straße und Schiene führt, bezweifelt Roth.

Im über zehn Milliarden Euro schweren Investitionsetat für die Verkehrsinfrastruktur spiele der Fahrradetat ohnehin nur eine geringe Rolle. Dabei sei bei keinem anderen Verkehrsmittel die Förderung so günstig wie beim Fahrrad, meint Roth. (red/kai)

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