Umweltschützer kritisieren Energieverschwendung – Bürgermeister soll eingreifen

BUND gegen offene Ladentüren

Jörg Bennedik ist Kreisvorsitzender des BUND. Foto: nh

Bad Hersfeld. Trotz der eisigen Temperaturen in den vergangenen Tagen lassen viele Geschäfte ihre Eingangstüren offen. Das hat jetzt der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) kritisiert.

„Während einige Geschäfte sich in letzter Zeit bemüht haben, durch geeignete Maßnahmen ihre Energiekosten zu senken und damit auch einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, gibt es andere, die trotz der extremen Kälte ihre Türen während der Geschäftszeiten offen halten, um sich damit eventuell Geschäftsvorteile gegenüber ihren Konkurrenten zu sichern“, schreibt der BUND-Vorsitzende Jörg Bennedik in einer Pressemeldung.

In der ersten Februarwoche habe die Außentemperatur in Bad Hersfeld im Durchschnitt bei minus 11,5 Grad gelegen, der Gasverbrauch sei in dieser Zeit gegenüber dem Vorjahr um 40 Prozent angestiegen.

Die Geschäftsinhaber rechtfertigten ihr Verhalten damit, dass die Warmluftheizungen über den offenen Türen Wärmeverlust nach draußen reduzieren würden. „Dies mag gegenüber einer offenen Tür ohne Wärmevorhang richtig sein. Gleichwohl gehen nach den Gesetzen der Physik große Energiemengen ungenutzt nach draußen verloren“, erklärt Bennedik.

Obwohl es natürlich die Privatangelegenheit der Geschäftsinhaber sei, ihr Geld zur Tür hinaus zu verheizen, halte der BUND diese Praxis für äußerst fragwürdig. Damit entzögen sich die Geschäftsinhaber ihrer allgemeinen Verantwortung gegenüber der Umwelt und auch gegenüber den Angestellten, die unter den offenen Türen bei den derzeitigen Außentemperaturen zu leiden haben.

Bennedik erinnert an die strengen Wärmeschutzauflagen für private Hausbauer. Zudem habe sich die Stadt Bad Hersfeld ausdrücklich zu den Zielen des Klimaschutzes bekannt und mit dem erfolgreichen Programm „Bad Hersfeld saniert sich“ bewiesen, dass Klimaschutz machbar und langfristig rentabel ist.

Da der Trend zu den offenen Türen offenbar dem Konkurrenzdruck der Geschäfte geschuldet ist, halte es der BUND für sinnvoll, nicht nur einzelne Geschäfte anzuschreiben. Man wende sich deshalb auch an den Bürgermeister und an den Stadtmarketingverein, um alle Hersfelder Geschäfte in die Bemühungen der Stadt einzubinden, Energie möglichst effizient einzusetzen, statt sie zu verschwenden. (red/kai)

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