Willi Leverscheidt huldigte dem amerikanischen Schriftsteller im Buchcafé

Bukowski, Poet und Trinker

Schauspieler Willi Leverscheidt erzählte und spielte im Buchcafé in seinem Ein-Mann-Bühnenstück „dirty old stories from a dirty old man“ Kurzgeschichten von US-Schriftstellerlegende Charles Bukowski. Foto: Rödiger

Bad Hersfeld. Der 1994 verstorbene US-amerikanische Schriftsteller Charles Bukowski ist in seinem Heimatland nicht der bekannteste, aber wahrscheinlich der meistgeklaute Autor in den Buchläden.

Hier in Deutschland genoss Bukowski zu Lebenszeiten einen gewissen Kultstatus, denn er war kein leiser Zeitgenosse. Er trank und fluchte gern und seine Gedichte und Kurzgeschichten bewegten sich meistens im dunklen Milieu der Verlierer und der schmuddeligen Aspekte des menschlichen Daseins.

Der vielseitige Schauspieler und Gaukler Willi Leverscheidt bringt die, von Josef Stankowski bearbeiteten Texte und Gedichte Bukowskis als Einmann-Theaterstück auf die Bühne. Am Samstagabend gastierte Leverscheidt mit „dirty old stories from a dirty old man“ im Bad Hersfelder Buchcafé.

Mit den Mitteln des Straßentheaters gelingt es Willi Leverscheidt ganz allein, auf der Bühne Szenen und kurze Geschichten sehr unterhaltsam dar zu stellen. Willi Leverscheidt zieht hierzu alle Register seiner Kunst; Schattenspiele, Gesang und Tanz, eine Handpuppe namens Tanja und ein junger dressierter Hund sind hierbei einige seiner Hilfsmittel.

Wie Charles Bukowski in seinen besten Alkoholiker-Lebzeiten, immer mit der Wein- oder Bierflasche in der Hand, erzählt er als Schriftsteller Josef Stankowski seine seltsamen, oft skurrilen Kurzgeschichten mit Titeln wie „Hundekuchen in der Suppe“ oder „Fünfzehn Zentimeter“, um sie dann sogleich auch selbst schauspielerisch darzustellen.

Besonders faszinierend sind dabei seine Schattenspiele in denen er mit anderen Menschen, die jedoch nicht live anwesend, sondern vorher bereits in einem Schwarz/Weiss-Trickfilm als Schatten aufgenommen wurden, Gruppenszenen spricht und mit diesen Filmfiguren gemeinsam hinter einer weissen Leinwand agiert.

Auch die Zuschauer müssen mitmachen. Aus dem Publikum formt Leverscheidt einen Chor und lässt diesen einen vielstimmigen Lobgesang auf eine „schöne Liebesnacht“ anstimmen.

Diese kurzweilige „One-Man-Show“ verfehlte ihre Wirkung nicht. Das Bad Hersfelder Publikum honorierte die Darbietungen von „Compagnia-Buffo“ alias Willi Leverscheidt mit viel Applaus.

Von Werner Rödiger

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