Bürgermeister Boehmer hört früher auf

Hartmut H. Boehmer

Bad Hersfeld. Die Ära des Bad Hersfelder Bürgermeisters Hartmut H. Boehmer endet früher als geplant: Zum 31. August dieses Jahres hat der 68-Jährige um seine Versetzung in den Ruhestand gebeten.

Regulär hätte seine Amtszeit am 9. Mai 2012 geendet, am Vortag seines 71. Geburtstages. In einer Pressekonferenz am Donnerstagabend machte Boehmer gesundheitliche Gründe für seine Entscheidung geltend.

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Neben der Arbeit im Rathaus hätten ihn insbesondere der zweijährige „Stressmarathon“ zur Ansiedlung des zweiten Amazon-Logistikzentrums in der Stadt belastet und aktuell die Umwandlung der ehemaligen Babcock-Industrieflächen in den neuen Schilde-Stadtpark, ein 30 Millionen-Euro-Projekt. „Ich bin nicht mehr ganz gesund“, sagte Boehmer.

Den August-Termin hat er für seinen Abschied gewählt, um einen nahtlosen Übergang zu ermöglichen. Die Wahl seines Nachfolgers oder seiner Nachfolgerin könnte – einen entsprechenden Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vorausgesetzt – am 22. August stattfinden. Intendanten begleiten Daneben möchte Hartmut H. Boehmer den neuen Festspiel-Intendanten Holk Freytag noch durch dessen erste Spielzeit begleiten.

Auch einen vollständigen Haushaltsentwurf für 2011 will der Bürgermeister noch vorlegen. „Ich flüchte nicht aus dem Amt“, sagte Boehmer, der in Bad Hersfeld wohnen bleiben wird und anbietet, auch weiterhin als Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft sowie der städtischen Wirtschaftsbetriebe zu fungieren.

Boehmer ist einer der diensteältesten Bürgermeister in Hessen: Verteilt auf zwei Amtszeiten hat er mehr als 25 Jahre die Stadtverwaltung geführt, zunächst für die CDU, später als unabhängiger Bürgermeister. Die politischen Köpfe der Stadt waren von Boehmers Entscheidung, die er nur einigen wenigen Weggefährten mitgeteilt hatte, völlig überrascht.

Von Karl Schönholtz

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