Fehling erstellt Auslastungsübersicht – hohe Kosten treffen auf geringe Einnahmen

Bürgerhäuser im Visier

Bad Hersfeld. Die Festspielstadt muss tüchtig sparen. Deshalb rüttelt Bürgermeister Thomas Fehling jetzt auch an den Türen der Bürgerhäuser. Die bleiben nämlich viel zu oft verschlossen. Das belegt eine Aufstellung über die durchschnittliche Auslastung im Jahr 2011, die der Bürgermeister erstellen ließ.

Berücksichtigt wurden darin die zehn Bürgerhäuser in Allmershausen, Asbach, Beiershausen, Heenes, Hohe Luft, Kalkobes, Kathus, Kohlhausen, Petersberg und Sorga. Die Stadthalle ist nicht aufgeführt.

„Die Stadt steckt jedes Jahr rund 750 000 Euro in die Bürgerhäuser, weil sie nicht kostendeckend genutzt werden“, sagt Fehling. Die Summe der Einnahmen aller zehn Häuser betrug im Jahr 2011 laut Auflistung 13 343 Euro.

In der Liste wird bei der Nutzung zwischen Familienfeiern, Einzel- und Sonderveranstaltungen sowie Dauernutzungen etwa durch Vereine unterschieden.

Spitzenreiter in Sachen Auslastung ist Kathus mit insgesamt 289 Nutzungstagen, was im Verhältnis zu den Nutzungstagen einer Auslastung von 79,18 Prozent entspricht. Auch die Einrichtungen in Asbach (272 Tage, 74,52 Prozent) und in Sorga (271 Tage, 74,25 Prozent) sind gut ausgelastet. Schlusslichter sind die Häuser in Kalkobes (93 Tage, 25,48 Prozent), Beiershausen (94 Tage, 25,75 Prozent) und Kohlhausen (106 Tage, 29,04 Prozent).

Dabei werden die meisten Bürgerhäuser naturgemäß ohnehin nur stundenweise für Veranstaltungen genutzt. Nicht berücksichtigt wurde in der Auflistung die unterschiedliche Ausstattung und die Größe der Häuser.

„Ich habe keine Patentlösung, sondern möchte mit diesen Zahlen zunächst ein Problembewusstsein schaffen“, erklärt Fehling. Es müsse geprüft werden, ob überhaupt genug Bedarf für die Einrichtungen vorhanden ist. Außerdem müsse überlegt werden, ob die Ausstattung der einzelnen Häuser zweckmäßig ist. „Es ist jetzt an der Zeit, ernsthaft über die Zukunft der Dorfgemeinschaftshäuser nachzudenken“, fordert Fehling.

Das hat die CDU bereits getan. Ihr Fraktionsvorsitzender Gunter Grimm schlägt vor, die Bürgerhäuser an private Investoren zu verkaufen: „Die Relationen zwischen Einnahmen und Ausgaben stimmen schon lange nicht mehr“.

Vorschläge der CDU

Von Kai A. Struthoff

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