Die Modellschule Obersberg verabschiedete ihre Abgänger in der Stiftsruine

Auf dem Weg zur Bühne des Lebens

Auf der großen Bühne in der Stiftsruine wurden die Absolventen der Modellschule Obersberg feierlich verabschiedet. Fotos: Apel

Bad Hersfeld. Im wunderbaren Ambiente der „schönsten Theaterbühne der Welt“ wurden am Samstag zum zweiten Mal die Abiturienten und Absolventen der beruflichen Vollzeitklassen der Modellschule Obersberg (MSO) verabschiedet.

Fast alle Abgänger waren mit Eltern, Geschwistern, Verwandten und Freunden in die Stiftsruine gekommen und natürlich auch diejenigen, die sie auf dem Weg zur Reife – auf dem Weg „zur selbstständigen und eigenverantwortlichen Gestaltung des Lebens“ – begleitet haben: Die Lehrer und die Schulverantwortlichen, darunter Schulleiter Oberstudiendirektor Karsten Backhaus, der die Festgemeinde begrüßte. Da der große Regenschirm aufgespannt war und sich die Menge der kleinen Tropfen in Grenzen hielt, war es auch in diesem Jahr eine gelungene Feier.

Abiturredner war der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg, Reinhard Faulstich. Der Chef des größten regionalen Kreditinstituts wies in seiner Festrede auf die vorbildlich ausgebaute und engagiert gelebte Partnerschaft zwischen der Modellschule und der regionalen Wirtschaft hin. Diese trage mit dazu bei, dass die wesentlichen Elemente des Leitbilds der MSO mit Leben erfüllt werden: Modernität und Menschlichkeit, Sachbezug und Struktur, Offenheit und Orientierung. Die Partnerschaft eröffne „hybride Einstiegsmöglichkeiten“ ins Berufsleben.

Ganz allgemein sei es aber so, dass Bildung die beste Investition sei. Sie schütze vor sozialem Dilemma und Arbeitslosigkeit und sie sei lebensbegleitende Entwicklung des Menschen. Faulstich ermunterte die Abgänger dazu, Lebenserfahrung zu sammeln, denn nicht immer sei das eine „richtig“ und das andere „falsch“. Mit dem Abiturzeugnis, „dem besten Ticket für die Fahrt in den Beruf“, befinde man sich „auf dem roten Teppich zur Bühne des Lebens“. Auf dieser gelte es mit Mut, Engagement und Schritt für Schritt zu agieren und im Zweifel William Shakespeares Empfehlung zu folgen: „Und wenn du den Eindruck hast, dass das Leben Theater ist, dann such dir eine Rolle aus, die dir so richtig Spaß macht.“

Bad Hersfelds Bürgermeister Thomas Fehling schwärmte in seinem Grußwort vom vor 28 Jahren, gemeinsam mit Schulleiter Karsten Backhaus, abgelegten Abitur, vom Ausschwärmen in die Welt und vom Zurückkehren in die Heimat. Sein Wunsch: „Bleiben Sie der Region verbunden und denken Sie jedes Jahr an die Festspiele und an das Lullusfest!“

Abiturienten-Verabschiedung in der Stiftsruine

In geordneten Bahnen verlief anschließend die Ausgabe der Abitur- und Abschlusszeugnisse, die – wie die gesamte Verabschiedung – vom Blechbläserensemble der Modellschule Obersberg überaus festlich umrahmt wurde. Mal von links, mal von rechts kamen die Schüler der verschiedenen Tutorengruppen mit ihren Lehrern auf die Bühne, um das heiß ersehnte Dokument in Empfang zu nehmen. Fast jeder Lehrer fand lobende Worte für die gemeinsam erlebte Zeit, allen voran Oberstudienrat Werner Herbert vom Leistungskurs Wirtschaftswissenschaften, der sich in seiner mit subtilem Humor gespickten Rede als „Adoptivpapa“ outete, dem „die geballte SV“ gegenübersaß: „Trotzdem ist unser Getriebe immer einwandfrei gelaufen, es gab noch nicht einmal einen zerbrochenen Krug.“

Humorvoll hielt es auch Schulsprecher David Saukel, der über das Wesen der Komödie sinnierte und das Maultier als Abgänger-Vorbild bezeichnete: „Es geht tapfer seinen Weg.“ Von ihm könne man sich ein Scheibchen abschneiden, wenn man zwischen den Stationen Abitur und weiterer Ausbildung umherirre. Grußworte sprachen Bernd Wittich, der Vorsitzende des Elternverbands, und Helgo Hahn, der stellvertretende Vorsitzende der Ehemaligenvereinigung. Letzterer überreichte Karsten Backhaus einen 4000-Euro-Scheck. Die angehenden Ehemaligen animierte er dazu, sich immer wieder auf ihre Wurzeln zu besinnen und Mitglied in der Vereinigung zu werden. (Wilfried Apel)

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