Autoren der Jugendbuchwoche gestalten Abend im Interkulturellen Zentrum Hersfeld

Bubenstreiche mit Gambe

Erntete großen Applaus vom Publikum und ihren Kollegen: Eva Weiss mit Viola da gamba und Klanginstrumenten. Foto: Spanel

Bad Hersfeld. Nach der gelungenen Auftaktveranstaltung der 16. Osthessischen Jugendbuchwoche in der Aula der Gesamtschule Geistal (unsere Zeitung berichtete) ging es am Mittwochabend im Interkulturellen Zentrum fast schon familiär zu.

Die zehn Jugendbuchautoren, die in dieser Woche zahlreiche Schulen, Kindergärten und lokale Bildungseinrichtungen besuchen, gestalteten in der intimen Atmosphäre der Bad Hersfelder Begegnungsstätte einen Abend unter dem Motto „Fremd sein und gemeinsam leben“.

Außergewöhnlicher Abend

„Das Motto ist für uns kein Paradoxon, sondern vielmehr ein Schlüsselthema bei unseren täglichen Begegnungen mit den Kindern und Jugendlichen“, bemerkte Autor Dirk Walbrecker. Passend dazu las er ausgewählte Auszüge aus den von ihm bearbeiteten klassischen Fabeln.

Für Lacher sorgte der Schriftsteller Jochen Till, der sich selbst eine so schlechte Vorlesekompetenz bescheinigte, dass er sich mit Christoph Maasch einen professionellen Synchronsprecher zur Seite stellte. Mit seiner donnernden Stimme, die die Anwesenden im Saal ein wenig an Bruce Willis erinnerte, setzte Maasch die Figuren der Kurzgeschichte „Typisch deutsch“ aus Jochen Tills Anthologie „Zuhause ist, wo ich glücklich bin“ eindrucksvoll in Szene.

Literatur sinnlich erleben

Den wohl größten Applaus des Abends erntete Eva Weiss. Sie nahm die „Bubenstreiche“ von Max und Moritz einmal ganz wörtlich und akzentuierte und dramatisierte das Erzählgeschehen mit ihrer Viola da gamba (Gambe) akustisch. Dazu kamen Instrumente wie Psalter, Trommeln und anderes Klangwerk zum Einsatz – sogar das Knistern einer Papiertüte wurde dabei einmal ganz neu interpretiert.

In diesem Sinne war das für jeden Beitrag anberaumte Zeitfenster von neun Minuten fast schon zu gering. Auch Peter Claus, Schriftführer des Interkulturellen Zentrums, zog ein überaus positives Fazit: „Ich freue mich, dass das IkuZ Gastgeber eines so unterhaltsamen, musikalisch-literarischen Abends sein durfte.“ (esp)

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