Frauen zwischen 50 und 69 Jahren werden zum Mammographie-Screening eingeladen

Brustkrebs früh erkennen

Chefarzt Dr. Kai Fischer und die beiden MTRA’s Claudia Reichwein und Kathrin Nitsche bei der Lokalisation des Befundherdes zur radiologischen Darstellung. Foto:  Klinikum Bad Hersfeld

Hersfeld-Rotenburg. Brustkrebs ist die häufigste Todesursache bei Frauen zwischen dem 30. und dem 60. Lebensjahr in der westlichen Welt. Jede achte bis zehnte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. In Deutschland wurde deshalb im Jahr 2005 mit dem Aufbau eines Mammographie-Screening-Programms begonnen. In rund 100 spezialisierten Mammographie-Zentren werden Frauen regelmäßig untersucht, um Brustkrebs in einem möglichst frühen Stadium zu erkennen und ihn dann behandeln zu können. Eines dieser Zentren befindet sich am Klinikum Bad Hersfeld.

Einladung alle zwei Jahre

Zu dem Screening werden alle Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren alle zwei Jahre eingeladen, erläutert Dr. Kai Fischer, Chefarzt der Frauenklinik am Klinikum Bad Hersfeld. Gerade diese Altersgruppe sei besonders von Brustkrebs betroffen. Bei jüngeren Frauen sei das Brustgewebe so dicht, dass die Mammographie weniger erkennen könne, bei älteren Frauen sei die Wahrscheinlichkeit höher, das sie nicht an Brustkrebs, sondern an einer anderen Krankheit sterben.

Die Einladung zum Mammographie-Screening erfolgt in Hessen über die Zentrale Stelle Hessen. Diese Stelle erhält die Daten von den Einwohnermeldeämtern, schreibt die Frauen an und vereinbart die Termine. Dort werden auch Fragen beantwortet und es können selbst Termine vereinbart werden (Tel: 0180/3626 666).

Zwei unabhängige Ärzte

Für den Standort in Bad Hersfeld ist das Mammographiescreening Hessen Nord in Kassel zuständig. Dort werden auch die Aufnahmen ausgewertet. Die Bilder jeder Frau werden von mindestens zwei unabhängigen Ärzten begutachtet. Diese Ärzte müssen sich besonders qualifizieren, laufend fortbilden und haben besonders viel Erfahrung, betont Dr. Fischer. Bei Auffälligkeiten werden weitere Ärzte hinzugezogen. Gerade Mikrokalkablagerungen in der Brust, die oft eine Vorstufe für bösartige Tumore seien, könnten durch die Mammographie gut entdeckt werden.

Weitere Untersuchungen

Wird bei der Auswertung der Bilder etwas Auffälliges oder Unklares entdeckt, wird die Frau möglichst umgehend zu einer weiteren Untersuchung eingeladen. Das kann eine weitere Röntgenuntersuchung sein, ein Ultraschall oder auch die Entnahme einer Probe. Auch diese Untersuchungen können am Mammographie-Standort des Klinikums gemacht werden. Bei den meisten Patientinnen könne dann Entwarnung gegeben werden, weiß der Frauenarzt. Sollte jedoch tatsächlich Krebs festgestellt werden, der operiert werden müsse, könne die Frau die Klinik frei wählen.

OPs meist brusterhaltend

„In den meisten Fällen kann brusterhaltend operiert werden“, versichert Dr. Fischer. Er sehe kaum noch Patientinnen, die mit gut tastbaren, großen Tumoren kämen und deren Brust abgenommen werden müsse. Das sei sicher auch ein Erfolg des Screenings.

Neben dem Mammographie-Screening sollten auch die Früherkennungs-Untersuchungen beim niedergelassenen Frauenarzt, beziehungsweise der Frauenärztin nicht vernachlässigt werden, betont der Gynäkologe. Die Niedergelassenen seien immer die erste Anlaufstelle für eine Patientin, die einen Krebsverdacht habe. Weitere Texte

Von Christine Zacharias

Kommentare