AG Grenzöffnung der Gesamtschule Geistal gewann europäischen Wettbewerb

Brüssel von innen erlebt

José Manuel Barroso, der Präsident der EU-Kommission (Zweiter von links) überreichte die Gewinnerurkunden an die Schüler, darunter Julia Riedel und Sebastian Pletsch (Zweite und Dritter von rechts) von der Gesamtschule Geistal. Foto: nh

Bad Hersfeld/Frankfurt/Brüssel. Aus den Händen von José Manuel Barroso, dem Präsidenten der EU-Kommission, haben Julia Riedel und Sebastian Pletsch von der Gesamtschule Geistal jetzt eine Urkunde entgegengenommen. Mit ihrem Projekt „Der Trabi fährt jetzt auch im Westen“ gehört die AG Grenzöffnung und Mauerfall der Geistalschule, die von Holger Reuning geleitet wurde, zu den Gewinnern des Wettbewerbs „Europadialoge“ des hessischen Justizministeriums in Zusammenarbeit mit der ständigen Vertretung Hessens in Brüssel und den Partnerregionen Aquitanien in Frankreich und Poznan in Polen.

Die feierliche Preisverleihung fand in der Paulskirche in Frankfurt statt. Dort waren die Jugendlichen nicht nur beeindruckt von dem direkten Kontakt mit Barroso und seiner Grundsatzrede über Europa, sondern auch vom großen Interesse der Medien. Zahlreiche Fernsehsender waren mit Kamerateams vertreten, Julia und Sebastian waren auf RTL zu sehen.

Gespräche mit Politikern

Gewonnen hatten die Jugendlichen eine Reise nach Brüssel, wohin sie gleich am nächsten Tag aufbrachen. Dort führten sie Gespräche mit hochrangigen Politikern und Beamten, unter anderem mit Henning Klaus aus dem Kabinett Barroso und der hessischen Europastaatssekretärin Zsusa Breier. Auch mit Dolmetschern, Mitgliedern des Europäischen Rates, des Europaparlaments, der Europäischen Kommission und des Ausschusses der Regionen kamen die Jugendlichen während ihrer Tage in Brüssel ins Gespräch. Dabei ging es um hessische Europapolitik, die Arbeit der Europabüros der hessischen Partnerregionen und die Arbeit der Europäischen Kommission.

Thema war in Gesprächen mit Peter Riesback, dem Korrespondenten der Frankfurter Rundschau in Brüssel, auch die Presseberichterstattung aus Brüssel. In dem sehr informativen aber ganz eng gestrickten Programm blieb den Jugendlichen kaum Zeit für eine kurze Stadtbesichtigung und Essenspausen. „Die Freizeit reichte mal eben für Brüsseler Pralinen, eine Waffel und einen Kaffee“, erzählt Holger Reuning. Allerdings fanden sich die zwölf Gewinner aus verschiedenen Schulen und Ländern sehr schnell zu einer guten Gruppe zusammen, die viel Spaß miteinander hatte.

Julia Riedel und Sebastian Pletsch freuten sich nicht nur über die vielen interessanten Begegnungen und Anfragen zu Reden oder zur Mitarbeit, sondern auch über die Anerkennung für ihr Buch. Eine französische Lehrerin meinte, dass sie genau so etwas gesucht habe, um ihren Schülern das Thema Deutsche Wiedervereinigung zu vermitteln: Ein Buch, in dem die Menschen zu Wort kommen, die sie miterlebt haben. (red/zac)

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