Helen Araya hilft Migrantinnen im Alltag – Michael Roth will Unterstützung prüfen

Brücke zwischen Kulturen

Von dem Projekt überzeugt: von links Ewald Vogel (Geschäftsführer, SkF Fulda), Andrea Zentgraf (Beraterin SkF in Bad Hersfeld), Helen Araya (Migrantin für Migranten), Staatsminister Michael Roth und Ursula Schmitt (1. Vorsitzende, SkF Fulda). Foto: nh

Bad Hersfeld. „Die Unterschiede zwischen den Kulturen meiner alten und meiner neuen Heimat könnten größer kaum sein“, sagt Helen Araya vom Sozialdienst katholischer Frauen Fulda (SkF). Sie ist seit März in einem neuen Projekt des Sozialdienstes in Bad Hersfeld als „Migrantin für Migranten“ tätig.

Dank ihrer sprachlichen Fähigkeiten und ihrer exzellenten Kenntnisse der Kulturen beider Länder hat die gebürtige Eriträerin einen Zugang vor allem zu Frauen, insbesondere zu Schwangeren und Müttern aus dem afrikanischen und arabischen Raum. Diese kamen – wie einst auch sie – als Flüchtlinge nach Nordhessen.

Von ihrer engagierten Arbeit ist auch der Staatsminister und Bundestagsabgeordnete Michael Roth (SPD) angetan, der sich kürzlich vor Ort über das Projekt informierte. Nahezu alles ist fremd in Deutschland für Migranten aus Afrika, dem Nahen und Mittleren Osten.

Neben ganz alltäglichen Selbstverständlichkeiten wie dem Angebot an Lebensmitteln im Supermarkt bis hin zur Tatsache, dass man in Deutschland für jeden Verwaltungsvorgang ein Schriftstück als Nachweis benötigt.

„Ein echter Gewinn“

Helen Araya baut Brücken zwischen den Kulturen. Bereits neun Familien unterstützt und begleitet sie. Sie übersetzt und informiert. Sie begleitet und berät Migranten, damit sie und ihre Familien in ihrer neuen Heimat besser zurechtzukommen.

„Sie ist ein echter Gewinn für unsere Schwangerenberatungsstelle in Bad Hersfeld“, sagt Andrea Zentgraf, Sozialpädagogin und berufliche Beraterin beim SkF in der Kreis- und Festspielstadt. Möglich ist dieser besondere Dienst für Flüchtlingsfamilien durch die Förderung der SkF-Stiftung.

Ursula Schmitt, Vorsitzende des SkF im Bistum Fulda, freut sich über die so erfolgreiche Hilfe der engagierten jungen Migrantin. „Sofern wir dies finanzieren können, würden wir dieses Angebot weiter ausbauen“, versichert Ewald Vogel, Geschäftsführer des Sozialdienstes katholischer Frauen Fulda.

Unterstützung dabei hat auch Michael Roth bei seiner Visite in der Bad Hersfelder Beratungsstelle in Aussicht gestellt. Er wolle prüfen, ob es gegebenenfalls staatliche Gelder gebe, um die Arbeit auf ein sicheres Fundament zu stellen. „Der Schlüssel für gute Integration von Migranten sind Sprach- und Kulturmittler wie Frau Araya. Dieses Engagement ist Gold wert und bringt einen Mehrwert nicht nur für die Flüchtlinge, sondern auch für unsere ganze Gesellschaft“, so Roth. (red/nm)

Kommentare