Verein für psychosoziale Hilfen im Kreis Hersfeld-Rotenburg besteht seit 25 Jahren

Die Brücke baut Brücken

Bad Hersfeld. Brücken bauen von Menschen zu Menschen – das ist das Programm des Vereins für psychosoziale Hilfen im Kreis Hersfeld-Rotenburg „Die Brücke“. Er wurde vor 25 Jahren gegründet und feiert das in diesem Sommer mit drei großen Veranstaltungen. Gefeiert wird auch das zehnjährige Bestehen des Wohnheims „Elke-Kamm-Haus“.

Die Situation für seelisch-behinderte und psychisch-kranke Menschen im Kreis sei früher ziemlich trostlos gewesen, erinnert sich Harald Meiß, einer der Initiatoren des Vereins. „Es wurde erst reagiert, wenn jemand sehr auffällig war“, sagt er. Dann blieb nur der Klinikaufenthalt in Marburg. Vor Ort gab es nur ein kleines Sprechstundenangebot der Marburger Klinik im Gesundheitsamt. Wurde jemand aus der Klinik entlassen und kam zurück, gab es kaum Unterstützung „und das Elend fing wieder von vorne an.“

„Das kann so nicht weitergehen“, waren sich Fachärzte und andere engagierte Menschen einig. Elke Kamm, Dr. Claudio Garcia, Harald Meiß, Dr. Reiner Hofmann und andere hatten die gemeinsame Überzeugung, dass die Lebensqualität für Menschen mit psychischen Erkrankungen und Behinderungen im Kreis Hersfeld-Rotenburg dringend verbessert werden musste. Sie wollten Unterstützungsangebote aufbauen, die den Bedürfnissen und Notwendigkeiten angepasst und möglichst wohnortnah erreichbar waren.

Kontakt- und Beratungsstelle

Nach der Gründung des Vereins im Jahr 1988, war 1989 die Eröffnung der psychosozialen Kontakt- und Beratungsstelle, die zunächst in einer angemieteten Wohnung in der Breitenstraße untergebracht war, das erste Angebot. Hier konnte jeder, der Probleme und Gesprächsbedarf hatte, einfach vorbeikommen und wurde bei Bedarf an andere Stellen weitergeleitet.

Ein solch niedrigschwelliges Angebot sei Voraussetzung für weiterführende Einrichtungen, erläutert Harald Meiß. Das waren dann ein Jahr später Apartments für Betreutes Wohnen. Ebenfalls im Jahr 1990 wurde ein Psychosozialer Dienst eingerichtet (heute Integrationsfachdienst), der Menschen mit Behinderungen bei Problemen am Arbeitsplatz unterstützt.

Sehr bald war klar, dass die Angebote nicht ausreichten, dass eine umfassendere Betreuung der psychisch kranken Menschen nötig war. 1992 begannen die Planungen für eine Tagesstätte mit angeschlossenen betreuten Wohnungen. Vier Jahre später zog die Brücke in die ehemalige Gaststätte „Lullusquelle“ in der Unteren Frauenstraße, die zum Psychosozialen Zentrum umgebaut worden war. Dort gibt es eine Tagesstätte, in der die Klienten tagsüber sinnvolle Beschäftigung und ein Leben in Gemeinschaft haben, sechs Apartments für Wohnen im Verbund und die Geschäftsstelle. Seit 1996 hat die Brücke auch eine hauptamtliche Geschäftsführung. Die Psychosoziale Kontakt- und Beratungsstelle zog schräg gegenüber in das ebenfalls sanierte und umgebaute Haus Untere Frauenstraße 20. Dort fand ein Jahr später auch der Integrationsfachdienst eine behindertengerechte Bleibe.

Von Christine Zacharias

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