Heute Abend vierte Premiere der 61. Festspiele: Beruttis Hamlet-Inszenierung

Brudermord in Dänemark

Falsche Freunde: Prinz Hamlet (Bastian Semm, Mitte) nimmt das Yuppie-Pärchen Guildenstern (Birthe Gerken) und Rosencrantz (Philipp Weigand) in den Schwitzkasten. Die beiden sollen ihn auf Wunsch des Königs ausspionieren. Foto: Konopka

Bad Hersfeld. Etwas ist faul im Staate Dänemark – dieses reichlich strapazierte Zitat aus William Shakespeares Drama „Hamlet“ umschreibt eine brisante Mischung aus Intrige und Verrat, Brudermord und Ehebruch, Wahnsinn und Racheschwur.

Regisseur Jean-Claude Berutti , im vergangenen Jahr für Gorkis „Sommergäste“ verantwortlich, hat den Klassiker mit einem jungen Ensemble für die Bad Hersfelder Stiftsruine inszeniert und präsentiert das Werk heute Abend als vierte Premiere der 61. Bad Hersfelder Festspiele. Seit Wochen wurde mit der Parole „Lebendiger als du denkst“ für eine Inszenierung geworben, die den Anspruch erhebt, in dem Jahrhunderte alten Stoff Parallelen zur Gegenwart zu zeigen.

Auf jeden Fall liefert die Story genügend Voraussetzungen für einen spannenden Theaterabend. Prinz Hamlet erfährt vom ruhelosen Geist seines toten Vaters, dass der von seinem Bruder, dem jetzigen König von Dänemark, heimtückisch vergiftet wurde. Der Mörder hat ihm nicht nur Leben und Krone geraubt, sondern auch noch seine Witwe geheiratet.

Geist fordert Rache

Der Geist verlangt von Hamlet, Rache zu nehmen an seinem Stiefvater, die Mutter aber zu verschonen.

Der grüblerische Hamlet zieht das Racheprojekt in die Länge, flüchtet sich in gespielten Wahnsinn, konfrontiert den thronräuberischen Onkel mit einem Theaterstück, in dem der Brudermord nachgestellt wird, stellt seine Mutter erbarmungslos zur Rede, ersticht zunächst den Falschen, lässt sich nach England abschieben und entgeht nur knapp einem Anschlag auf sein Leben. Seine Geliebte Ophelia treibt er in geistige Umnachtung und Tod. Das ruft deren Bruder als Rächer Nummer zwei auf den Plan.

Mit klirrenden Klingen

Schließlich gipfelt das Drama in der großen Abrechnung mit klirrenden Klingen und vergiftetem Wein. Der Rest ist, wie es bei Shakespeare heißt, Schweigen. Das Ensemble dagegen hofft auf Beifall.

Von Peter Lenz

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