Brodeln in der Fraktion und Querversetzungen

Karl

Die Spatzen pfeifen es von den Dächern, dass es im verbliebenen Rest der einstigen Mehrheitsfraktion im Bad Hersfelder Stadtparlament derzeit nicht zum Besten steht. Seit dem Ausstieg der FWG sind SPD und Grüne keine Macht mehr und auf Verbündete angewiesen. Immer wieder ist jedoch zu hören, dass sich auch diese beiden nicht in allem grün sind. Erschwerend kommt hinzu, dass es offenbar auch innerhalb der SPD brodelt. Zuletzt ging das Gerücht um, Fraktionschef Bernd Wennemuth würde hinschmeißen. Das hat dieser zwar auf Nachfrage unserer Zeitung dementiert, doch es fiel auch der Begriff „Neustrukturierung“. Was immer das heißen soll – vermutlich heißt es, dass es an der Fraktionsspitze einen Wechsel geben wird –, es klingt nicht nach Friede, Freude, Eierkuchen.

Bad Hersfelds Bürgermeister Thomas Fehling war einst mit dem Versprechen angetreten, dass es in der Stadtverwaltung künftig keine Strafversetzungen in die Kläranlage mehr geben werde. Mit Verbannungen an den anrüchigen Stadtrand hatte sich Amtsvorgänger Boehmer zuweilen vermeintlich unfähiger oder unliebsamer Mitarbeiter entledigt. Im System Fehling spielt zwar die Kläranlage keine Rolle mehr, doch in punkto Menschenführung hat sich allem Anschein nach doch nicht so viel verändert: Durch „Querversetzungen“ werden Mitarbeiter erst aus gehobenen Positionen entfernt und ihre Zuständigkeiten bis zur Unkenntlichkeit zurechtgestutzt. Deswegen hat die am Donnerstag beschlossene Neubesetzung der Schriftführerposten für die Stadtverordnetenversammlung auch einen Beigeschmack, weil dort künftig zwei degradierte Fachbereichsleiter das Protokoll führen müssen.

Bürgermeister Fehling hat in seiner Verwaltung allerdings auch ein Problem, für das er nun wirklich nichts kann: Die konsequente Verschlankung des Apparates während der zweiten Amtszeit Boehmers, in der freigewordene Stellen am liebsten nicht wieder besetzt wurden, hat nun zur Folge, dass die Personaldecke nicht nur ziemlich dünn ist, sondern auch überaltert. In den nächsten Jahren wird ein Großteil der erfahrenen Kollegen in den Ruhestand gehen und große Lücken hinterlassen. Auch nicht schön.

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