Wochenendporträt: Bad Hersfelds Stadtbrandinspektor Thomas Daube geht

Briefe statt Brandschutz

Tauscht das Feuerwehr- mit dem Postauto: Thomas Daube arbeitet nach neun Jahren als Stadtbrandinspektor wieder als Postbeamter. Foto: Eisenberg

Bad Hersfeld. Gerne wäre er Stadtbrandinspektor geblieben, gibt Thomas Daube unumwunden zu. Dennoch stellt sich der 52-Jährige heute Abend auf der Jahreshauptversammlung der Kreisstadtwehren nicht noch einmal zur Wahl.

Als Beamter der Deutschen Post konnte er sich für maximal zwei Wahlperioden freistellen lassen. Nach neun Jahren im Amt tauscht Daube jetzt den roten gegen den gelben Dienstwagen und arbeitet wieder bei der Post in Bad Hersfeld.

Obwohl sich Daube beruflich mit dem Brandschutz befasst hat, bezeichnet er sich selbst nicht als Berufsfeuerwehrmann. Genau genommen hatte er in den vergangenen neun Jahren auch zwei halbe Stellen inne, arbeitete für die Stiftung Hospital, die sich um die Unterstützung alter Menschen kümmert, und den städtischen Brandschutz gleichermaßen. Dass er es als Postzusteller gewohnt war, auf Menschen zuzugehen, sei ihm in beiden Aufgabenbereichen zu Gute gekommen.

„Erst wenn man im Amt ist, merkt man, was alles dranhängt“, meint der 52-Jährige. Neben dem abwehrenden Brandschutz, also der Hilfeleistung bei Bränden und Unfällen, gehörte zu Daubes Aufgaben auch der vorbeugende Brandschutz. Bei Baugenehmigungen und Bauabnahmen war Daubes Rat gefragt, er war bei großen Bauprojekten, etwa den Amazon-Logistikhallen an den Brandschutzplanungen beteiligt. Die Leidenschaft für die Feuerwehr wurde bei Thomas Daube schon als Jugendlicher entfacht. Damals brannte in seinem Heimatort Friedlos eine Scheune. „Der Einsatz der Feuerwehrleute mit damals noch vergleichsweise einfachen Mitteln, um anderen zu helfen, hat mich fasziniert“, erzählt Daube. Weil es damals noch keine Jugendfeuerwehr gab, musste er sich allerdings gedulden.

Nach seinem Eintritt 1978 blieb Daube dann Feuerwehrmann, auch als er nach Weiterode und später nach Kohlhausen umzog. Dort wurde er Wehrführer, später stellvertretender Wehrführer. Altbürgermeister Hartmut H. Böhmer habe ihm dann schließlich eine Kandidatur als Stadtbrandinspektor angetragen.

Zwar müsse man als Führungskraft den Kameraden notfalls auch mal „auf die Füße treten“, dennoch gehe es nur gemeinsam. Als Stadtbrandinspektor sei man schließlich nicht alleine die Feuerwehr, betont er nicht ohne Stolz die Leistung seiner Kameraden. Dabei unterstreicht der 52-Jährige die gute Zusammenarbeit mit seinem Stellvertreter Stefan Möller und den übrigen Führungskräften. Das Kirchturmdenken früherer Jahre, sowohl zwischen den Stadtteilen als auch über die Stadtgrenzen hinweg, gebe es heute kaum noch, sagt Daube und nennt beispielhaft die gute Zusammenarbeit mit Kirchheim als weiterer Autobahnfeuerwehr und den Rotenburger Brandschützern.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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