Ministerium warnt – Kreisbrandinspektor rät: Nicht selbst löschen

Brandgefahr im Wald durch trockene Hitze

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Hersfeld-Rotenburg. Die anhaltende Trockenheit und die hohen Temperaturen lassen die Waldbrandgefahr steigen. Davor warnte das Hessische Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz jüngst in einer Pressemitteilung. „Es baut sich momentan ein Gefahrenpotenzial auf, das vielfach unterschätzt wird“, heißt es aus Wiesbaden.

„Das ist immer so, wenn es so lange trocken geblieben ist“, weiß Jürgen Weingarten, Kreisbrandinspektor für Hersfeld-Rotenburg. „Das Gras wird trocken und gelb – dann reicht ein Funke, und wenn dann noch Wind dazukommt ...“

Von schlimmen Waldbränden blieb Waldhessen – laut Weingarten nicht ärger gefährdet als andere Regionen Hessens – allerdings in der jüngeren Vergangenheit verschont. Er erinnert sich an ein „heftiges Feuer“ vor zwei Jahren zwischen Ronshausen und Machtlos, das „viele Einsatzkräfte beschäftigt hat“. Und vor drei Jahren brannte es nahe Hönebach. Forstleute hatten Reisig verbrannt, die Glut hatte sich gehalten, und nach mehreren Tagen war sie vom Wind wieder angefacht worden, sagt Weingarten.

„Natürlich fängt es nicht von allein an zu brennen“, weiß er. Die weggeworfene Kippe, das leichtsinnig entfachte Grillfeuerchen sind für ihn die Hauptgefahren. Und die Scherbe, die am Boden liegt und das Sonnenlicht wie ein Brennglas bündelt? Weingarten glaubt, dass diese Ursache oft nur vorgeschoben wird und es andere Gründe für ein Feuer gibt.

Das Feuer ist schneller

In jedem Fall rät der Kreisbrandinspektor eindringlich: „Wer ein Feuer entdeckt, sollte natürlich umgehend den Notruf 112 anrufen. Auch, wenn die Flammen noch niedrig sind, sollte man nie versuchen, sie etwa auszutreten. Das Feuer ist schneller. Durch solche Versuche geht nur Zeit verloren für die Feuerwehr, die die entsprechende Ausrüstung hat.“

Von Rainer Henkel

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