CDU-Wahlkampf in Bad Hersfeld: Ministerpräsident im Doppelpack mit Ehefrau Ursula

Bouffier an der Tankstelle

Gut gelaunt in der Cohibar: Im Doppelpack mit Ehefrau Ursula (mit Blumen) präsentierte sich Ministerpräsident Volker Bouffier beim zentralen CDU-Wahlkampfauftritt in Bad Hersfeld. Mit ihnen freuen sich die CDU-Landtagskandidaten Lena Arnoldt, Andreas Rey (verdeckt) und der CDU-Bundestagsabgeordnete Helmut Heiderich (von links). Fotos: Struthoff

Bad Hersfeld. So oft, wie in dieser heißen Phase des Wahlkampfs, sieht Ursula Bouffier ihren Mann sonst nicht. Kein Wunder, denn die beiden ziehen derzeit gemeinsam durchs Land, um für die Wiederwahl des Ministerpräsidenten und die CDU zu werben. Am Dienstagabend machte der Wahlkampftross Station in der Bad Hersfelder Sommer-Cohibar am Fulda-Ufer, von deren karibischem Ambiente Bouffier sichtlich angetan war.

Rund 250 Zuhörer, darunter alle, die in der CDU des Kreises Rang und Namen haben, waren gekommen. Ihnen präsentierte sich der Ministerpräsident im Doppelpack mit seiner Ehefrau vor allem als Privatmann und Familienmensch. „Wir sind seine Tankstelle“, sagte Ursula Bouffier über das Verhältnis ihres Manns zur Familie. Mit seinen beiden Söhnen sitzt er daheim gern vor der Playstation und spielt Fußball – „mit mäßigem Erfolg“, wie die Ehefrau preisgab. Er telefoniert jeden Tag mit seiner Mutter, braucht extrem wenig Schlaf, und vom gerade geborenen Enkelkind kommen von der Tochter Bilder per SMS, erfuhren die Zuhörer.

Ganz bewusst stellten sich die Bouffiers als eine ganz normale Familie dar – auch wenn sie im Urlaub oft erkannt und fotografiert werden. Ein Tourist habe ihm sogar ganz freundlich gesagt: „Sie sehen dem Bouffier aber wirklich sehr ähnlich“, erzählte der Ministerpräsident schmunzelnd.

Bouffier ließ bei seinem Wahlkampfauftritt aber auch keinen Zweifel daran, dass er die Sorgen und Nöte des „kleinen Mannes“ aus eigener Erfahrung kennt. Als Student habe er als Verkäufer, Kellner, Zeitungspacker und sogar als Bademeister gearbeitet. „Ich weiß, wie es ist, einen harten Job zu machen, aber ich habe dabei viel gelernt fürs Leben.“

Nach diesen intimen Einblicken schaltete Bouffier dann aber in vollen Wahlkampf-Modus. „Die Wahl ist noch längst nicht gelaufen, es kommt auf jede Stimme an“, sagte der Ministerpräsident mit Blick auf die vermeintlich sicheren Umfrageergebnisse. Die CDU habe im Bund, aber auch in Hessen bewiesen, dass sie gute Arbeit mache. Bildungspolitik, Wirtschaftskompetenz, innere Sicherheit – Bouffier zählte die Erfolge seiner Regierung auf und attackierte scharf die Programme der anderen Parteien.

„Wir brauchen keinen Kurswechsel ins politische Abenteuer“, sagte er und traf damit offenbar den Nerv der Zuhörer, die ihn mit viel Applaus verabschiedeten. Unten, Politik

Von Kai A. Struthoff

Kommentare