Hessischer Ministerpräsident von Bad Hersfelder Projekt-Idee überzeugt – Land signalisiert Bereitschaft zur Unterstützung

Bouffier: Sportpark hat Vorbildcharakter

Als interessierter Zuhörer erwies sich gestern Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (vorne, Zweiter von rechts), als ihm in der Gaststätte des Hessen-Stadions das Projekt Lullus-Sportpark vorgestellt wurde. Vereinsvertreter wie Ralf Jäger vom Juniorenförderverein (Zweiter von links) stellten ihre Arbeit und ihre Strukturen vor. Mit Bouffier war auch Prof. Dr. Heinz Zielinski, Vizepräsident Bildung und Personalentwicklung im Landessportbund Hessen (Dritter von links) nach Bad Hersfeld gekommen. Links im Bild Bernd Bürger, Vorstandsmitglied der SG Hessen, rechts Bürgermeister Thomas Fehling als Initiator der Sportpark-Idee, und neben ihm im Hintergrund Rainer Birkel, der das Projekt koordiniert. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. Er war interessiert, er nahm sich Zeit, er hakte nach und machte eigene Vorschläge: Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier ließ sich gestern zwei Stunden lang die Idee des Lullus-Sportparks in der Fuldaaue bei Bad Hersfeld vorstellen, der auf Grundlage vorhandener Sportanlagen und Vereinsheime ein umfassendes, barrierefreies Angebot für Mitglieder, Gelegenheitssportler, Neugierige und Gäste vorsieht.

„Das könnte ein Weg sein, der zukunftsweisend ist“, sagte Bouffier, der Bad Hersfeld wegen der Neuartigkeit dieses Konzeptes gestern zur ersten von drei Stationen machte, die er im Rahmen der „Woche des Sports“ besuchte.

Fehlings Idee

Der Sportpark fußt auf einer Idee von Bürgermeister Thomas Fehling, der den Sanierungsstau vieler entlang der Fulda aufgereihten Sport- und Vereinsstätten zum Anlass nahm, die bisherige Vorgehensweise zu überdenken: Soll weiter jeder für sich alleine arbeiten, oder soll man das Potenzial dieser Einrichtungen bündeln und daraus etwas Neues schaffen?

Erste Kostenschätzungen von bis zu sechs Millionen Euro will Fehling nicht als Wunschkonzert missverstanden wissen, weil ein Großteil der Kosten durch fällige Sanierungen ohnehin entsteht.

Unter Federführung der Behindertensportlerin Manuela Schmermund ist ein Masterplan entstanden, der die von Vereinen und Verwaltung vorgetragenen Wünsche und Möglichkeiten zusammenfasst. Im Hintergrund haben dabei auch Reiner Birkel vom Skiclub Neuenstein, der im Hessischen Innenministerium arbeitet, und das Architekturbüro Manfred Beier schon umfangreiche Vorarbeiten geleistet.

Vertreter der in der Fuldaaue ansässigen Vereine, darunter die Vorsitzenden der SG Hessen, des Motorsportclubs, der Kanuwanderer, des Skiclubs Neuenstein und des Reitsportvereins, stellten dem Ministerpräsidenten ihre Arbeit, ihre Strukturen und ihre Wünsche vor. Sie bekundeten ihre positive Einstellung zum Sportpark und die Bereitschaft, sich auch Nichtmitgliedern zu öffnen.

Gesamtmitgliedschaft

„Sport ist klasse-, rassen- und konkurrenzlos, um unsere Gesellschaft zusammen zu halten“, stellte Bouffier fest und regte die Möglichkeit einer „Gesamtmitgliedschaft“ in den beteiligten Vereinen an, um Teilhabe nicht an zu hohen Kosten beziehungsweise einem fehlenden Ausweis scheitern zu lassen.

Finanzielle Unterstützung seitens des Landes soll nach dem Dafürhalten des Ministerpräsidenten aus den bestehenden Strukturen und Programmen erfolgen. So ließen sich Neiddebatten und Parteiengezänk vermeiden. Grundsätzlich attestierte Bouffier dem Sportpark-Konzept jedoch „Vorbildcharakter“. Zwar könne es durchaus sein, dass die Idee nicht funktioniere, sagte er, „aber das kann nicht heißen, dass wir es nicht versuchen.“

Von Karl Schönholtz

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