Ministerpräsident findet beim Redaktionsgespräch bei unserer Zeitung klare Worte

Bouffier auf Hausbesuch

Der doppelte Ministerpräsident: Beim Besuch des neuen Verlagshauses unserer Zeitung zeigt HZ-Geschäftsführer Markus Pfromm (rechts) Volker Bouffier auch das E-Paper im Eingangsbereich mit der Anzeige für das Bürgergespräch in Bad Hersfeld. Foto: M. Janz

Bad Hersfeld. In der Festspielstadt scheint sich der Hessische Ministerpräsident immer besonders wohl zu fühlen. Und so war es für Volker Bouffier auch ein besonderes Anliegen, das neue Verlagshaus unserer Zeitung am Schilde-Park zu besuchen. Zuletzt hatte er beim 250. HZ-Geburtstag im August 2013 den Rohbau besichtigt. Seit Anfang März sitzen hier nun die Redaktionen der Hersfelder Zeitung und der HNA Rotenburg-Bebra unter einem Dach und machen gemeinsam Zeitung für den ganzen Landkreis.

Als guter Landesvater nahm sich Bouffier Zeit, um die neuen Räume zu besichtigen. Beim anschließenden Redaktionsgespräch fand er dann klare Worte zu den Themen der Region.

Neben dem Straßenbau, der Konversion in Rotenburg und dem Lullussportpark (siehe Titelseite), beschäftigt ihn auch die Diskussion um die Windkraft im Land. „Überall, wo ich hinkomme, begegnet mir zunächst eine Bürgerinitiative gegen Windkraft und Stromtrassen“, sagte Bouffier und mahnte zugleich: „So werden wir die Zukunft nicht gewinnen.“

Er erinnerte an den Koalitionsvertrag mit den Grünen, der eine Verdoppelung des Anteils der erneuerbaren Energien von 13 auf 26 Prozent vorsehe. „Das werden wir schaffen“, sagte Bouffier, die Windkraft sei aber nur ein Teil der Energiewende.

„Alles hängt an der künftigen Förderkulisse“, erklärte der Ministerpräsident. Die CDU sei mit den Grünen einig, dass die jetzige Förderung des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) „auf keinen Fall so bleiben kann“. Gleichwohl müsse man eine Lösung für die Stichtagsfristen finden. Bouffier mahnte zur Versachlichung der Diskussion. „Wir müssen jetzt abwarten, in wie weit sich Windparks noch rechnen, wenn Förderrichtlinien geändert werden – das gilt auch für den Wehneberg“.

Klare Worte fand Volker Bouffier mit Blick auf die Diskussion um K+S und die Zukunft der Kaliindustrie im Werratal: „Wir wollen hier ausdrücklich auch Industriestandort bleiben, dazu brauchen wir ein vernünftiges Verhältnis zwischen Arbeitsplätzen und Umwelt“. Dies stehe auch so im Koalitionsvertrag.

Schwarz-grün wolle den Wohlstand der Region in Balance zur Ökologie halten. „Wir müssen weiter daran arbeiten, die Salzfracht zu reduzieren“, sagte Bouffier, und dies sei in erster Linie Aufgabe des Unternehmens – entweder durch die Nordsee-Pipeline oder die Oberweser-Pipeline.

Wink nach Niedersachsen

Mit Blick auf die Pipeline-Gegner in Niedersachsen erinnerte Bouffier daran, dass die nördlichen Nachbarn „jedes Jahr viel, viel Geld aus Hessen bekommen“. Deshalb werde man auch dort nicht ernsthaft Betriebsstilllegungen im Kali-Revier wollen, meinte er.

Bouffier warb dafür, „mit ruhiger Stetigkeit, nicht mit Aufgeregtheit, vorangehen“. Das werde zwar nicht ganz einfach. Aber die klare Aufgabe seiner Politik werde es weiterhin sein, den Standort auch in Zukunft zu erhalten. (kai/mcj)

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