Bodenmanager stellen neues Informationssystem für Hauseigentümer vor

Boris rechnet alles genau durch

Das Informationssystem Boris bringt Klarheit für Eigentümer von Gebäuden und Grundstücken: Günther Kirchhoff (links) und Oliver Leitzsch vom Amt für Bodenmanagement in Homberg. Foto:  Brandau

Hersfeld-Rotenburg. Wer wissen will, was sein Haus und Hof wert sind, muss nicht lange auf Antwort warten. Er bekommt mit wenigen Klicks im Internet sofort eine Auskunft. Möglich macht das „Boris“. So heißt die eingängige Abkürzung für den sonst so sperrigen Begriff „Bodenrichtwertinformationssystem“, das seit diesem Monat schnelle und kostenlose Antworten auf viele Fragen zu Grundstücksgrößen und Grenzverläufen gibt.

All diese Daten liegen dem Amt für Bodenmanagement in Homberg vor. Das hat den Überblick über den Immobilienmarkt in der Region und veröffentlicht ihn nun erstmals im Internet. Das soll die Mitarbeiter der Behörde entlasten, indem die Zahl der Anrufer mit solchen Fragen sinkt. „Wir wollen die Nutzer unserer Daten nun aufs Internetportal umlenken“, sagt Günther Kirchhoff, Fachbereichsleiter der Grundstückswertermittlung.

„Wir wollen Transparenz auf dem Immobilienmarkt schaffen.“

Oliver Leitzsch

Das ist schon zu einem großen Teil gelungen: Das Interesse an den Daten war in den ersten Tagen so groß, dass Boris in die Knie ging. Die Internetseite öffnete sich unter dem großen Ansturm nicht. Mittlerweile sind die Störungen behoben, das virtuelle Angebot ist wieder nutzbar. Und das hat neben Zahlen, Daten und Fakten auch viel Buntes und Spannendes zu bieten: Liegenschaftskarten, Luftbilder und Naturschutzgebiete sind zu sehen.

Nur wenige weiße Flecken

Das Informationssystem Boris kennt sich gut aus in Hessen, es weist nur sehr wenige weiße Flecken auf seiner Landkarte auf. Lediglich die Städte Kassel, Marburg, Butzbach und Oberursel sind noch nicht erfasst.

Für die Bodenmanager ist Boris mehr als ein nettes Spielzeug, das ganz aktuelle Luftbilder zeigt. Im Gegenteil: Boris soll vielmehr für mehr Transparenz und Klarheit auf dem Markt sorgen, indem Grundstücksdaten und deren ermittelte Werte öffentlich gemacht werden. Das soll verhindern, dass solche Immobilienblasen wie die entstehen, die vor zwei Jahren in Amerika geplatzt sind und tausende Menschen in die Insolvenz rissen, sagt Oliver Leitzsch, der bei der Geschäftsstelle Gutachterausschüsse tätig ist.

Dazu soll auch Boris’ kleiner Bruder Berti beitragen, den die Bodenmanager jetzt schon intern nutzen, den man aber erst demnächst im Internet finden wird. Berti, die Abkürzung für „Berechnung von typspezifischen Immobilienwerten“ gibt dann eine grobe Übersicht über den Wert des Eigenheimes. Er wird demnächst anhand des Baujahres und der Grundstücksgröße ermitteln.

Wer sich also das ehemalige Katasteramt noch als dunkle Stube vorstellt, in der staubige Pläne gewälzt oder gar erst fein säuberlich mit Tusche gezeichnet werden, der täuscht sich. Es passiert viel bei den Bodenmanagern. Vor allem im Internet. www.boris.hessen.de

Von Claudia Brandau

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