Festspielstar Julian Weigend liest aus der Novelle „Bahnwärter Thiel“ von Hauptmann

Bombastische Erinnerung

Schauspieler Julian Weigend (rechts) stand 1995 als „Rattenfänger“ bei den Bad Hersfelder Festspielen auf der Bühne. Dafür wurde er mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. Am Donnerstag, dem 17. Februar, gastiert er in der Aula der Konrad-Duden-Schule. Foto: Archiv

Bad Hersfeld. Er kommt zurück in die Festspieltstadt, „und das ist ein schönes Gefühl“, erzählt Schauspieler und Hersfeldpreisträger Julian Weigend.

Diesmal sorgt er außerhalb der Stiftsruine für Unterhaltung: Er hat seine Literaturlieblinge durchforstet und liest am Donnerstag, dem 17. Februar, um 19.30 Uhr aus der Novelle „Bahnwärter Thiel“ von Gerhard Hauptmann in der Aula der Konrad-Duden-Schule. Auf seiner künstlerischen Reise wird er musikalisch von Helgo Hahn am Klavier begleitet.

Der am 27. August 1971 in Graz geborene Schauspieler stand 1995 erstmals in der Hauptrolle als Rattenfänger auf der Hersfelder Festspielbühne. In die Rolle des Mercutio in „Romeo und Julia“ sowie in die des Schülers in „Faust I“ schlüpfte er 1996. Im darauffolgenden Jahr spielte er Sebastian in „Was ihr wollt“ und den Saint Just in „Dantons Tod.“

Und er hat seine Rollen gut gespielt – 1995 wurde ihm der Publikumspreis der Bad Hersfelder Festspiele verliehen. „Darauf bin ich besonders stolz“, freut sich der 39-jährige Schauspieler, „denn ich war der erste Preisträger dieser Auszeichnung überhaupt“.Ein Jahr später gab es dann sogar den Großen Hersfeldpreis.

Eine großartige Zeit

Da er aus seiner Festspielzeit immer noch Kontakte pflegt und ihn die Gesellschaft der Freunde der Stiftsruine als Veranstalter um das Gastspiel gebeten hat, freut sich Julian Weigend sehr auf die Rückkehr. „Es ist eine Art Heimatgefühl. Ich habe nur schöne Erinnerungen an Bad Hersfeld, die Zeit und der Erfolg bei den Festspielen war bombastisch“, erzählt er.

Und an eines erinnert sich Weigend genau: „Nicht nur das Spielen in der Stiftsruine war ein Erlebnis, auch die gemeinsamen Abende in der Festspielkantine und das Lauschen hinter der Kulisse waren wunderbar“. Für ihn sei diese Zeit ein Höhepunkt gewesen.

Seine Theaterkarriere begann 1992, als er für das Landestheater Schleswig-Holstein, das Tourneetheater München und für die Berliner Kammerspiele auf der Bühne stand. 1993 spielte er auch erstmals vor der Kamera in dem Film „Schöndorf“. Seither hat er sich durch verschiedene Rollen in Filmen und Serien, unter anderem durch seine Rolle in „Lammbock“ auf der Kinoleinwand oder als Komissar Thomas Hunger in der ARD-Reihe „Schimanski“ einen Namen gemacht.

Derzeit ist er als Karl Moor in Schillers „Die Räuber“ deutschlandweit, in der Schweiz sowie in Österreich auf Tournee.

Herz hängt an Bad Hersfeld

Obwohl Julian Weigend in der weiten Theater- und Fernsehwelt unterwegs ist, hängt sein Herz auch an Bad Hersfeld: „Ich würde jederzeit noch mal für die Bad Hersfelder Festspiele spielen.“

Karten für die Hauptmann-Lesung in der Aula der Konrad-Duden-Schule am Donnerstag, dem 17. Februar, um 19.30 Uhr gibt es bei P.K. Wolff in der Badestube, bei der Hersfelder Zeitung in der Klausstraße und auch an der Abendkasse für 10 Euro.

Nina Skrzyszowski

Kommentare