Nur böse Menschen haben keine Lieder

Kai A. Struthoff

In dieser schmalen Spanne zwischen Weihnachten und Neujahr scheint die Zeit still zu stehen. Der E-Mail-Eingang unserer Redaktion kommt zum Erliegen – wer kann, macht jetzt frei. Zwischen den Jahren ist Zeit für Rückschau und Ausschau.

Das schönste journalistische Erlebnis für mich war im vergangenem Jahr das Interview mit dem klugen Joachim Gauck beim Sparkassenforum. Kurz darauf wurde er Bundespräsident – wohl nicht wegen des Interviews. Schön wärs ja! Im kommenden Jahr kommt gleich der nächste Hochkaräter: Peer Steinbrück ist Ehrengast beim Hessen-Gipfel der SPD in Friedewald am 10. Januar. Wir sind zum Interview verabredet. Vielleicht wird er dann ja auch Kanzler, wer weiß...

Natürlich sind auch die schrecklichen Gewalttaten in Erinnerung geblieben, die unseren sonst so friedlichen Kreis erschüttert haben. Vor allem der grausame Obdachlosenmord hat alle betroffen gemacht. Journalisten stehen dann an vorderster Front, wir müssen berichten und sind doch selbst sprachlos.

Aber es gab natürlich auch viele erfreuliche Erlebnisse. Tief bewegt hat mich zum Beispiel das Krippenspiel in Wippershain, das Pfarrerin Imke Leipold mit dem ganzen Ort inszeniert hat. Eigentlich bin ich eher ein Weihnachtsmufffel. Ich bin in den vergangenen Jahren in die Sonne geflüchtet, aber dieses Spiel und das gemeinsame Singen von Weihnachtslieder hat mich mit dem Daheimbleiben versöhnt. Besonders beeindruckt mich gerade in unseren ländlichen Gemeinden der Zusammenhalt der Menschen, den ich als gebürtiger Berliner in der Anonymität der Großstadt oft vermisst habe.

Diesen Zusammenhalt habe ich aber auch bei uns im Zeitungsverlag erlebt. Wir gehen mit ja großen Schritten auf unser Jubiläumsjahr zu und haben viele Ideen, mit denen wir Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, im kommenden Jahr hoffentlich Freude machen.

Dazu gehört auch der „HZ-Song“, den wir kürzlich gemeinsam mit dem professionellen Stimmen von TonArt in einem Studio aufgenommen haben. Das hat viel Spaß gemacht und mir wieder gezeigt, dass meine Oma Recht hatte, wenn sie immer sagte: Wo man singt, da lass dich ruhig nieder, nur böse Menschen haben keine Lieder. Na, Sie werden unser Lied bald hören – lassen Sie sich überraschen!

Zum Jahresende ist es außerdem Zeit, mal danke zu sagen. Wir Journalisten gehen oft kritisch und hart mit unseren Politikern um. Dabei ist es in Zeiten leerer Kassen weiß Gott keine Freude, meist ehrenamtlich, im Kreis oder in den Gemeinden politische Verantwortung zu übernehmen. Ich gehe gerne zu Gemeindevertretersitzungen und in den Kreistag, denn es gefällt mir, wie engagiert, verantwortungsbewusst und auch leidenschaftlich dort für unsere Region gearbeitet wird.

Wer das miterlebt, hat eigentlich keinen Grund für Politikverdrossenheit. Ohne dieses Engagement wären wir arm dran! Deshalb egal ob links, rechts oder in der Mitte – für Ihren Einsatz herzlichen Dank!

Im kommenden Jahr geht es dann wieder richtig rund: Bundestagswahl, Landtagswahl – und der HZ-Geburtstag: Ich freu’ mich drauf!

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