Friedensinitiative erinnert an die Atombombenabwürfe in Hiroshima und Nagasaki

Das Böse lebt weiter

Mahnung und Gedenken: Mitglieder der Friedensinitiative um Michael Held (3. von rechts) erinnerten an die Atombombenabwürfe vor 70 Jahren. Der Friedensaktivist Reiner Braun (links neben Held) hielt danach einen eindringlichen Vortrag im HZ-Haus. Foto: Struthoff

Bad Hersfeld. Mit einer Mahnwache vor dem HZ-Gebäude im Schilde-Park hat die Friedensinitiative Hersfeld-Rotenburg der Opfer der beiden Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki vor 70 Jahren gedacht.

Am 6. und 9. August 1945 starben in den beiden japanischen Städten über 92 000 Menschen nach den Atombombenabwürfen der Amerikaner. Unzählige Menschen erlagen später den Folgen der Verstrahlung, viele leiden bis heute an Krebserkrankungen. Trotzdem sind Atomwaffen immer noch nicht geächtet.

Sogar in Deutschland lagern weiterhin Atombomben in US-Depots in der Eifel. „In diesen Atomwaffen lebt das Böse weiter“, sagte Michael Held von der Friedensinitiative, der die Veranstaltung organisiert hatte. Auch im Kreis setze man sich deshalb wie viele andere Aktivisten weltweit dafür ein, endlich Gespräche über eine Ächtung von Atomwaffen aufzunehmen.

Weltlage angespannt

Als Gastredner war Reiner Braun nach Bad Hersfeld gekommen. Er ist Geschäftsführer der Internationalen Friedensorganisation der Juristen, Richter und Völkerrechtler (JALANA) und seit Jahren aktiv gegen Atomwaffen. In einem eindringlichen Vortrag warnte Braun, dass auch heute, 70 Jahre nach Hiroshima, ein Krieg mit Atomwaffen jederzeit möglich wäre, denn die Weltlage sei so angespannt wie lange nicht mehr.

„Wir haben zwar ein wenig, aber letztlich zu wenig aus Hiroshima gelernt“, beklagte Braun. Immerhin gebe es inzwischen den Atomwaffensperrvertrag, die Start- und die Salt-Abrüstungsabkommen sowie die neue Übereinkunft mit dem Iran.

Gleichwohl gebe es immer noch keine völkerrechtsverbindliche Nuklear-Konvention zur Ächtung von Atomwaffen. Die jüngste Konferenz zu diesem Thema im Mai in New York sei kläglich gescheitert, sagte Braun.

„Leider ist es uns auch in Deutschland nicht gelungen, die Anti-Atomwaffenbewegung aufrecht zu erhalten“, sagte er mit Blick auf die großen Friedensdemonstrationen der 80er Jahre.

Kampf fortsetzen

Braun appellierte daher auch an die örtliche Friedensinitiative, den Kampf gegen Atomwaffen fortzusetzen. Michael Held erklärte, man arbeite derzeit an einer Resolution an die Bundesregierung, endlich Verhandlungen über einen internationalen Vertrag zur Ächtung aller Atomwaffen aufzunehmen.

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