Boehmer, Bürgermeister, Park und Bücher

Karl Schönholtz

Der letztlich vergebliche Versuch, dem „ewigen“ Bad Hersfelder Bürgermeister Hartmut H. Boehmer mit einer Umbenennung des Schilde-Parks in Bad Hersfeld ein Denkmal zu setzen, liegt gut zwei Jahre zurück. Die Meinungsverschiedenheiten von damals hatten weniger mit der Person des 2013 verstorbenen Rathauschefs zu tun als mit der Industriegeschichte der Stadt, für die Parkfläche und Backsteinbauten standen und stehen. Deswegen verwundert es ein wenig, dass das Thema Boehmer-Denkmal seitdem nicht wieder aufgegriffen wurde. Denn seine Persönlichkeit und sein Wirken haben die Stadt in derart außerordentlicher Weise geprägt, dass ein Ort der Erinnerung im öffentlichen Raum mehr als angemessen wäre.

Apropos Bürgermeister: Im September müssen die Hersfelder wieder wählen gehen. Es gilt als ziemlich sicher, dass Boehmers Nachfolger Thomas Fehling wieder kandidieren wird. Weitere Namen sind zumindest offziell nicht bekannt, gemunkelt wird aber schon. Dem Vernehmen nach wird es jedoch gar nicht mehr lange dauern, bis Fehlings Konkurrenten in den Ring steigen: So beabsichtigt die SPD, ihren Kandidaten im Laufe des kommenden Monats zu küren.

Apropos Schilde-Park: Nachdem vor der Kommunalwahl noch heftig gestritten wurde, ob im Oststeil der Anlage noch mehr und größer gebaut werden darf als bisher vorgesehen, ist es seitdem ganz ruhig geworden. Aber nicht mehr lange: In den nächsten Wochen wird der erste Spatenstich für das bereits genehmigte Therapiezentrum erfolgen.

Bad Hersfeld, die Stadt der Bücher – dafür stehen die Logistikzentren von Libri und Amazon, die Person Konrad Duden und die alljährliche Literatur-Aktion „Bad Hersfeld liest ein Buch“. Unbemerkt von der Öffentlichkeit tagen an diesem Wochenende die „Literanauten“ in der Stadt. Bei den Literanauten handelt es sich um begeistete Leserinnen und Leser, die sich in ihrer Freizeit in einem Leseclub oder in einer Literaturgruppe engagieren. Auf der Tagesordnung stehen unter anderem Workshops rund um die Literaturvermittlung zur Schulung der Jugendlichen, Präsentationen der beteiligten Leseclubs und eine Lesung mit Dirk Reinhardt. Zu den Unterstützern zählt auch das Bundesbildungsministerium mit dem Förderprogramm „Kultur macht stark“.

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