42-jährige Frau in Bad Hersfeld erstochen – Polizei geht von einer Beziehungstat aus

Bluttat im Zellersgrund

Manfred

Bad Hersfeld. Mit mehreren Messerstichen ist in der Nacht zum Mittwoch eine 42-jährige Frau in ihrer Wohnung im Zellersgrund in Bad Hersfeld erstochen worden.

Der mutmaßliche Täter soll der 36-jährige Lebensgefährte der getöteten Beate K. sein, der mit ihr gemeinsam in der Wohnung lebte. Der Mann war nach der Tat blutverschmiert geflüchtet. Er konnte von der Polizei nach einer Großfahndung gestern Morgen um kurz nach acht Uhr in der Hainstraße widerstandslos festgenommen werden. Bei der Fahndung waren auch Beamte der Polizei in Rotenburg und Hundeführer im Einsatz.

Die Staatsanwaltschaft hat inzwischen einen Antrag auf Untersuchungshaft wegen des dringenden Tatverdachts des Totschlags gestellt. Der Tatverdächtige soll morgen dem Haftrichter vorgeführt werden.

Die Umstände der Tat sind noch unklar. Polizeisprecher Manfred Koch geht nach Lage der Dinge von einer Beziehungstat aus. Die Vernehmung des Beschuldigten gestaltete sich langwierig. Nach unbestätigten Angaben soll der Mann stark alkoholisiert gewesen sein.

Lärm und Geschrei

Die Polizei war gegen 7 Uhr von der Bluttat informiert worden. Anwohner hatten in den frühen Morgenstunden Lärm und Geschrei vernommen. Nach ersten Ermittlungen soll es einen heftigen Streit in der Wohnung gegeben haben und zu einem Kampf gekommen sein.

Die Frau wurde dabei mit mehreren Messerstichen im Thoraxbereich lebensgefährlich verletzt. Sie verstarb am Tatort. Der Tatverdächtige soll danach Bekannten von dem Vorfall berichtet haben, die dann die Polizei alarmierten.

Tatwaffe Küchenmesser?

Im Laufe des Vormittags nahmen Beamte der Polizei aus Bad Hersfeld und Fulda die Spurensicherung auf und versuchten, den Tatverlauf zu rekonstruieren. Die Wohnung soll sich in einem unübersichtlichen Zustand befunden haben. Als Tatwaffe kommt nach Meinung der Polizei ein Küchenmesser in Frage. Das Opfer, eine gebürtige Polin, war erst vor ein paar Monaten in den Zellersgrund gezogen. Seitdem habe es nachts öfter Lärm und Geschrei gegeben, berichten Nachbarn. Nach Beschwerden von Anwohner war die Polizei mehrfach vor Ort im Einsatz.

Nachbarn hatten festgestellt, dass der 35-jährige Mitbewohner nicht der einzige Mann war, den man am Balkon sehen konnte. Die Wohnungen im Zellersgrund gehören der Wohnstadt. Sie sind teilweise an sozial-schwächere Menschen vermietet. Andere haben sich in der Anlage eigenen Wohnraum gekauft.

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Von Kurt Hornickel

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