Live-Jazz-Festival begann in der Stadthalle mit Bigband-Sound und Reibeisen-Stimme

Blues ist immer wieder anders

Sie brachten zusammen mit Leonard Exson und Jan Luley den swingenden Blues und damit eine super Stimmung in die Stadthalle: Angela Brown und Thomas L’Etienne (vorne von links) sowie (hinten von links) Paul G. Ulrich und Dale King. Foto: Hettenhausen

Bad Hersfeld. War das ein spektakulärer Auftakt zum Live-Jazz am vergangenen Wochenende. Virtuose Vollblutmusiker und die „Stimme des Blues“, Angela Brown, heizten dem Publikum am Freitagabend in der Stadthalle unter dem Motto „Swinging the Blues“ kräftig ein.

Das Konzert ließ keinen Zweifel daran aufkommen: Die über 100 Jahre alte Musik versprüht auch heute noch pure Lebensfreude. Dreieinhalb Stunden dauerte das temperamentvolle Programm, das Jan Luley, künstlerischer Leiter des Live-Jazz, zusammengestellt hatte. Und es hätte ruhig noch länger gehen können, so bombastisch war die Stimmung unter den Zuschauern am Ende.

„Irgendwie kann man alles auf den Blues zurückführen“, sagte Luley, der als Moderator durch das Programm führte und zudem seine pianistischen Fähigkeiten präsentierte. Der Blues ist ein besonderes Genre, denn er vereinigt viele Facetten und Möglichkeiten. „Wir proben nachmittags und machen es abends doch anders“, verriet Luley.

Erstklassiger Sound

Dabei wirkte doch alles so aufeinander abgestimmt. Dahinter verbirgt sich eben die hohe Kunst der Blues-Musiker. Mit einem erstklassigen Bigband-Sound als Erinnerung an die legendäre Count Basie Band, von der der Titel des abendlichen Mottos stammte, eröffneten die GBO-Oldtimer und ihre Sängerin Verena Preis das Programm.

Mit den Fingern schnipsend und mit swingendem Gang kam Bandleiter Helgo Hahn auf die Bühne und stimmte sogleich zum Titel „Tuning up“ an, „um warm zu werden“, wie er sagte. Doch das war nach den erfrischenden Grooves der zuvor im Foyer aufspielenden jungen Musiker der Gruppe „Jungletones“ gar nicht mehr nötig.

Die Stimme des Abends gehörte Angela Brown. Ihre Vitalität, ihr Charme und ihr komödiantisches Mienenspiel ließen sie zum Publikumsliebling werden.

Hochkarätiges präsentierten auch Dale King, der den „einsamen Musiker mit Mundharmonika und Gitarre“ verkörperte, sowie Leonard Exson mit seiner Reibeisen-Stimme und weichem Gitarrensound.

Thomas L’Etienne, ein Spezialist für Saxophon und Klarinette, gesellte sich noch zu ihnen. Den Kontrabass spielte Paul G. Ulrich und Thomas Schirmer saß am Schlagzeug. Die gemeinsamen Auftritte, besonders die Version von „Rock around the clock“, waren genial.

Mit so einer Rückschau auf vergangene Zeiten und deren Musikrichtungen werden der Blues und alles, was dazu gehört, der Boogie-Woogie, der Rock ‘n’ Roll, der Swing und karibische Sambarhythmen, immer populär bleiben und die Zuhörer mitreißen.

Von Vera hettenhausen

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