Hersfelder zu Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt

Blitz-Prozess gegen geständigen Dealer

Bad Hersfeld. Weil sich die Verhandlung davor viel länger hinzog als erwartet, mussten ein des unerlaubten Rauschgiftshandels angeklagter Koch und sein Verteidiger Harald Ermel gestern im Bad Hersfelder Amtsgericht fast eine dreiviertel Stunde warten. Dann aber ging es vor Strafrichter Elmar Schnelle blitzschnell: Ein Geständnis ohne Wenn und Aber, zwei ultrakurze Plädoyers und wenig später das Urteil: Ein Jahr und neun Monate Freiheitsstrafe, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wird. Hinzu kommt eine Geldauflage von 1000 Euro.

Kein Feilschen

Ein derart problemloser Prozessverlauf ist gerade beim Handel mit Betäubungsmitteln ungewöhnlich: Da wird nämlich in der Regel darum gefeilscht, ob das Rauschgift nicht doch nur für den Eigenbedarf gedacht war und ob mit der Weitergabe an Dritte überhaupt eine Gewinnabsicht verbunden war.

Hier aber brachte es der Angeklagte in seinem Schlusswort selbst auf den Punkt: „Ich habe Scheiße gebaut“, gestand er freimütig ein und machte über seinen Verteidiger lediglich geltend, dass er mittlerweile Konsequenzen gezogen habe. Konkret: Er geht zur Drogenberatung, hat sich von den früheren Freunden losgesagt und sich gegenüber der Polizei kooperativ gezeigt.

Das wurde in seinem Fall auch höchste Zeit: Der 24-Jährige ist kein unbeschriebenes Blatt, denn in seinem Vorstrafenregister finden sich mehrere Drogen- und Gewaltdelikte.

Damit soll nun Schluss ein, auch wenn er gestern noch einmal wegen gewerbsmäßigen Handels mit Betäubungsmitteln verurteilt wurde. Geahndet wurden sieben Fälle des Kaufs und Weiterverkaufs von Amphetaminen, Marihuana, Ecstasy-Tabletten und anderem Rauschgift. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung fand die Polizei zudem eine Feinwaage und Clip-Tüten für die Portionierung.

Das Urteil wurde sofort rechtskräftig.

Von Karl Schönholtz

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