Festakt zum 100-jährigen Bestehen der Sozialdemokratie in Bad Hersfeld

Die SPD blickt nach vorn

Thorsten Schäfer-Gümbel (links) überreicht Lothar Seitz (2.v.r.) die Urkunde zum 100-jährigen Bestehen der Sozialdemokratie in Bad Hersfeld. MdB Michael Roth (2.v.l.) und Gunter Müller (rechts) gratulieren. Foto: Schmidl

Bad Hersfeld. Die Hersfelder Sozialdemokratie blickt auf ein bewegtes Jahrhundert zurück. Aus diesem Anlass lud der Stadtverband Bad Hersfeld am Sonntag zu einem Festakt in die Stadthalle ein.

SPD-Stadtverbandsvorsitzender Lothar Seitz begrüßte zahlreiche Ehrengäste, zu denen auch die ehemaligen Bundestagsabgeordneten Wendelin Enders und Berthold Wittich, DGB-Vorsitzender Stefan Körzell, Kreistagspräsident Horst Hannich, die 1. Kreisbeigeordnete Elke Künholz sowie MdB Michael Roth und MdL Torsten Warnecke gehörten.

Teil einer großen Geschichte

Roth bekräftigte in seinem Grußwort seine Dankbarkeit gegenüber den vielen ehrenamtlichen Genossinnen und Genossen, die sich jahrzehntelang an der Basis für die Partei eingesetzt haben. Er ermutigte seine Parteifreunde zu Stolz und Selbstbewusstsein. „Wir lassen uns den Schneid abkaufen. Dabei sind wir Teil einer großen, langen Geschichte, die im Interesse von Arbeit und Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität in Europa und der Welt weiter geschrieben werden muss. Mit vielen frischen, neuen Ideen.“

Torsten Warnecke erinnerte in seinem Grußwort an den kürzlich verstorbenen Genossen Gottfried Hentschel, der immer deutliche Worte in der Fraktion fand und dabei Solidarität nach außen zeigte. „Die Partei wird uns überleben“, ist sich der Landtagsabgeordnete sicher.

Festredner war der Landes- und Fraktionsvorsitzende der Hessischen SPD, Thorsten Schäfer-Gümbel, der sich auf das konzentrierte, was die Zukunft ausmachen muss. „Arbeit hat auch mit Würde zu tun und muss anständig bezahlt werden“, forderte er im Hinblick auf die Lebenswirklichkeit vieler Menschen unter 35 Jahren, die allenfalls befristete Arbeitsverträge bekommen, vielfach als Zeit- und Leiharbeiter beschäftigt oder gar als unbezahlte Praktikanten ausgenutzt werden.

„Ich kann es kaum noch ertragen, dass Armut und Bildung in Sonntagsreden besprochen wird. Dafür haben wir keine Zeit mehr“, wandte er sich einem weiteren dringlichen Problem zu. Die ungerechte Lastenverteilung, die Hartz-Debatte und der Umgang mit Thilo Sarrazin innerhalb seiner Partei gehörten zu den weiteren Themen seiner viel beklatschten Festrede.

Ein Jahrhundert Sozialdemokratie verlangt natürlich nach einem Rückblick, den es auch in Form einer Festschrift geben wird. Vor der Fertigstellung kam jedoch der Rücktritt des ehemaligen Bürgermeisters Hartmut H. Boehmer dazwischen, die Kandidatensuche und nun der Endspurt im Wahlkampf von Gunter Müller, der ebenfalls anwesend war.

Während einem von Lothar Seitz moderierten Podiumsgespräch erzählten Valentin Wettlaufer und Rolf Göbel von ihrer persönlichen politischen Vergangenheit und der Entwicklung der Partei als prägende politische Kraft in der Stadt. Musikalisch umrahmt wurde der Festakt vom Saxophonensemble „Saxophonics“. Die Festschrift wird zu einem späteren Zeitpunkt vorgestellt.

Von Gudrun Schmidl

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