Die Bad Hersfelder CDU sucht den Neuanfang und thematisiert die Fehler der Vergangenheit

Blick zurück nach vorn

Galerie der Erfolglosen: Michael Bock, Christian F. Reiling, Anja Deiß (heute Csenar) und Ralf Neumeyer (von links) versuchten in den vergangenen Jahren allesamt vergebens, die hausgemachten Probleme des Bad Hersfelder CDU-Stadtverbandes in den Griff zu bekommen. Fotos: Archiv 

Bad Hersfeld. Wenn sich der CDU-Stadtverband Bad Hersfeld heute Abend zur Mitgliederversammlung trifft, dann soll nicht einfach zum x-ten Mal der Neustart ausgerufen werden. Vielmehr sollen zuvor die Probleme der Vergangenheit thematisiert werden, die die Christdemokraten in der Kreisstadt unter häufig wechselnden Vorsitzenden nie wirklich zur Ruhe kommen ließen. Das jedenfalls ist das erklärte Ziel des stellvertretenden Vorsitzenden Günter Exner, der die Hersfelder CDU seit dem vorzeitigen Rückzug von Ralf Neumeyer gemeinsam mit seinem Vorstandskollegen Hartmut Ziehn führt.

Offen für Vorschläge

Deswegen wird die fällige Neuwahl des Vorsitzenden heute noch nicht stattfinden. Zwar hat der berühmt-berüchtigte „Siebener-Ausschuss“, der bislang alleine für die Kandidatenkür zuständig war, den einen oder anderen Vorschlag parat. Doch Günter Exner will das Thema ab sofort auf breitere Füße stellen und die Basis mit einbeziehen. Für weitere Namen aus den Reihen der Mitglieder ist die Führung also offen.

Denn Exner ist klar, dass die Probleme seiner Partei hausgemacht sind. „Schwierigkeiten im Vorstand sowie allgemeiner Schwund der inneren Disziplin sind Gift für jede politische Organisation,“ sagte Exner im Gespräch mit unserer Zeitung. Dadurch sei der Blick auf den eigentlichen Auftrag verstellt und der Nachwuchs in den eigenen Reihen irritiert.

Klare Worte findet Exner auch für den unglücklichen Auftritt des Stadtverbandes bei der Bad Hersfelder Bürgermeisterwahl im Dezember 2010: „Statt einen eigenen Kandidaten ins Rennen zu schicken, haben wir einen parteilosen Versager unterstützt, mit dem sich schon unsere eigenen Leute sehr schwer getan haben.“

Verlorene Kompetenz

Nicht viel besser sah die Partei bei der Kommunalwahl im vergangenen März aus. „Die Abspaltung einiger stadtbekannter und kompetenter CDU-Mitglieder in die Neue Bürgerliste NBL hat uns schon Stimmen und Mandate gekostet, bevor es überhaupt los ging,“ beschreibt Exner den weiteren Verlauf der Misere. Hinzu kamen Neumeyers unvermittelter Ausstieg und der Tod des Partei-Urgesteins Reinhold Stanitzek.

Exner und Ziehn sahen es fortan als ihre dringlichste Aufgabe an, für Ruhe zu sorgen und den Stadtverband intern zu ordnen. „Hier wurde Schweißarbeit geleistet,“ sagt der Interims-Parteichef und führt als Beispiel auch die gute Zusammenarbeit mit der Stadtverordnetenfraktion um Gunter Grimm an.

Man unterstütze die Sachpolitik von Bürgermeister Thomas Fehling (FDP), wolle aber die eigenen politischen Ziele wieder stärker in den Vordergrund stellen. Dabei kann der Stadtverband auf eine aktive Junge Union und die engagierte Arbeit der Senioren Union setzen.

Das Wichtigste für einen neuen Stadtverbandsvorstand ist jedoch laut Exner, zunächst einen glaubhaften Schlussstrich unter die Vergangenheit zu ziehen und dann die Bürger mit christlich-demokratischer Einstellung für die Arbeit der CDU zurück zu gewinnen.

Heute Abend sollen die Vorbereitungen für den Neuanfang geleistet werden. hintergrund

Von Karl Schönholtz

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