Die Malerin und Pianistin Ira Batt stellt eigene Bilder und Werke ihres Vaters aus

Blick in die Vergangenheit

An dem Bild, das ihr Vater Jacob von ihrer verstorbenen Schwester am Klavier malte, hängt Ira Batt (rechts , sitzend) ganz besonders. Zusammen mit vielen Gästen eröffnete sie die Ausstellung im Dachgeschoss des Museums. Foto: Hettenhausen

bad hersfeld. Als einen Blick in die Vergangenheit präsentiert die in Hersfeld lebende Malerin und Pianistin Ira Batt 50 Bilder ihres verstorbenen Vaters Jacob zusammen mít eigenen Werken. Die Ausstellung im Dachgeschoss des Museums kann bis zum 4. April, jeweils dienstags bis sonntags von 10 bis 12 und von 15 bis 17 Uhr besucht werden.

Jacob Batt hatte ein bewegtes Schicksal. Zur Ausstellungseröffnung zeichnete Andreas Jahn aus Dortmund den Lebensweg dieses Mannes nach, der ein ausgezeichneter Maler und Zeichner war. Batt wurde 1924 in der deutschen Kolonie Friedenberg in Russland geboren und zur Zeit der stalinistischen Säuberungen in den Ural in ein Gulag zwangsdeportiert. Als er frei gelassen wurde, zog Batt mit seiner Familie nach Rudny um, widmete sich dort ausgiebig seinen musischen Fähigkeiten, entwickelte und baute Denkmäler für die Stadt und organisierte seine ersten Ausstellungen. Viele seiner Werke in Aquarell, Öl oder Bleistift befinden sich heute in privaten Sammlungen im Kaukasus. Motive u. a.: Szenerien auf dem Land, Morgen- und Abendstimmungen.

Besonders am Herzen liegt Ira Batt das Bildnis ihrer Schwester, wie diese am Klavier sitzt. Ira Batt hat das gleiche Talent wie ihr Vater, aber einen ganz anderen Stil. Fünf ihrer 1,20 mal 1,50 Meter großen Acrylbilder beschäftigen sich mit der Seele der Frau. Sie tragen Titel wie „Nostalgie“, „Leidenschaft“ oder „Zärtlichkeit“. „Ein echtes Multitalent, das oftmals ungeahnte Energien entwickelt“, sagte Bad Hersfeld Bürgermeister Hartmut H. Boehmer während der Vernissage über die Künstlerin. - Wie zur Bestätigung griff Ira Batt temperamentvoll in die Tasten und spielte am Klavier das Lieblingslied ihre Vaters, eine russische Romanze.

Von Vera Hettenhausen

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