Person von Dach gerettet

Blaulicht vor den Zuse-Höfen: Feuerwehr Bad Hersfeld übte an neuer Wohnanlage

Es geht hoch hinaus: Mit Hilfe der Drehleiter transportieren zwei Feuerwehrmänner die Personentrage auf das Dach der Wohnanlage. Fotos: Lisanne Jungkunz

Bad Hersfeld. Die Freiwillige Feuerwehr Bad Hersfeld hat am Dienstagabend eine Übungseinheit am Neubauprojekt Zuse-Höfe an der Wehnebergerstraße absolviert.

Das Übungsszenario

In der Übung wurde folgende Brandsituation imitiert: Auf dem Dach der Zuse-Höfe finden Schweißarbeiten statt, bei denen das Material Bitumen bearbeitet wird. Dabei handelt es sich um eine teerähnliche Substanz, die zur Dachabdichtung eingesetzt wird. Kommen hohe Außentemperaturen, Windstille und intensive Sonneneinstrahlung zusammen, kann sich die Bitumenschicht entzünden. Das Feuer wurde dabei durch drei rote Hütchen auf dem Dach simuliert, auf dem sich zusätzlich eine Puppe befand, die einen verletzten Menschen symbolisieren sollte.

An erster Stelle stehe die Rettung der Person, erst dann werde der Brand bekämpft, erklärt Übungs-Leiter Patrick Herwig. Manchmal laufe aber auch beides parallel.

Zunächst bestieg ein Team, das mit Sauerstoffflaschen ausgerüstet war, das Dach, um die vermisste Person zu suchen. Anschließend wurde die Drehleiter mit Personentrage positioniert. Ein Trupp, eine Einheit aus genau zwei Feuerwehrmännern, bestieg die Drehleiter und fuhr anschließend in die Höhe. Ziel war es, die Personentrage schnellstmöglich an die Feuerwehrleute auf dem Dach zu übergeben.

Dies gelang allerdings zunächst einmal nicht. Die Drehleiter musste noch einmal auf den Boden zurückgefahren werden. Grund dafür war ein klemmender Bolzen, wegen dem die Personentrage nicht abmontiert werden konnte. Mit Hilfe der unten anwesenden Feuerwehrmänner gelang es schließlich, das Problem zu beheben. Die Puppe wurde zügig auf der Trage platziert und dem Trupp auf der Drehleiter übergeben.

Zur anschließenden Brandbekämpfung wurden zunächst die Schläuche ausgerollt, bevor erneut ein Trupp mit der Drehleiter Richtung Dach empor fuhr. Gelöscht würde das Feuer auf einer Bitumenschicht im Ernstfall mit Löschschaum, wie Patrick Herwig erläuterte. In der Übung blieb das Dach in Absprache mit dem Bauherren allerdings trocken.

Arbeitsabläufe optimieren

„Jeder Feuerwehreinsatz ist anders“, gab Zugführer Thomas Eckhardt zu bedenken. Art des Vorfalls, Wetterbedingungen, Gebäudebeschaffenheit sind dabei nur einige Variablen, auf die man sich nur wenig vorbereiten kann. Oftmals hänge von diesen Faktoren aber die Effizienz der Arbeitsabläufe ab.

Die Übungseinheit an dem Neubauprojekt Zuse-Höfe schulte den Orientierungssinn der Gruppe, der im Ernstfall sehr wichtig ist, um vermisste Personen und die Brandstelle schnell zu finden. Insgesamt dienen solche wöchentlichen Übungen der Optimierung von Arbeitsabläufen und werden daher in einer anschließenden Besprechung nachbereitet. Ein weiteres Ziel der letzten Übung bestehe außerdem darin, auf die speziellen Gefahren von Baustellen hinzuweisen.

Bilanz der Übung

Die beiden Hauptziele der Übung wurden erreicht: Die Puppe wurde vom Dach geborgen und der Brand bekämpft.

Auch der klemmende Bolzen, wurde schließlich gelöst, auch wenn dadurch zusätzliche Zeit verstrichen ist. Wenn so etwas in der Übung passiere und im Ernstfall solche technischen Defekte dafür ausblieben, sei dies für alle Beteiligten erfreulicher als umgekehrt, so Herwig. Insgesamt sei die Übungseinheit also durchaus gelungen und war für alle Beteiligten lehrreich gewesen.

Von Lisanne Jungkunz

Feuerwehr-Übung an den Zuse-Höfen in Bad Hersfeld

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