Im Vivarium leben seit kurzem drei Pfeilgiftfrösche – Tag der offenen Tür am 5. Mai

Blaue Schönheit lockt

Einer der drei blauen Pfeilgiftfrösche, die seit März im Vivarium der Modellschule Obersberg leben. Foto: Eisenberg

Bad Hersfeld. Sie sind nur etwa fünf Zentimeter lang, leuchten azurblau und eine Begegnung in freier Natur kann für Fressfeinde unangenehme Folgen haben.

Drei blaue Pfeilgiftfrösche sind die neuesten Bewohner des Vivariums an der Modellschule Obersberg. Im März sind die drei kleinen Frösche von einem Hobbyzüchter im Schwalm-Eder-Kreis in ein Terrarium in einem der Biologieräume in den Obersbergschulen umgezogen.

Die ursprüngliche Heimat des Dendrobates azureus – so lautet der wissenschaftliche Name des blauen Baumsteigerfrosches – liegt im Dreieck der südamerikanischen Länder Brasilien, Französisch-Guayana und Surinam. Ihre giftige Haut schützt die Amphibien vor Pilzbefall und Fressfeinden.

Weil die Eingeborenen in Südamerika das Gift von Fröschen aus dem Regenwald für ihre Giftpfeile einsetzten, brachte dies dieser Tiergattung den Namen Pfeilgiftfrösche ein.

Nervengift

Wenn es im Biologieunterricht um das Thema Nervengifte gehe, könne mithilfe Fröschen Fragestellungen zu diesem Thema anschaulich beantwortet werden, erklärt Biologielehrer Dieter Siebold. Um das Wohl der Schüler muss sich dabei niemand Gedanken machen. Die blauen Baumsteiger – ohnehin eine der weniger gefährlichen Pfeilgiftfrosch-Arten – entwickeln ihr Gift erst durch die Nahrungsaufnahme im Urwald. Bei der Fütterung mit Insekten im Terrarium blieben die Tiere ungefährlich. Seit 19 Jahren gibt es das Vivarium an der Modellschule Obersberg. Die Tiere – neben den Pfeilgiftfröschen unter anderem Vogelspinnen, Bartagamen, Zwergmäuse, Kröten oder Riesendornschrecken oder Strumpfbandnattern werden ebenso wie die Pflanzen von Schülern der Mittel- und Oberstufe in Biologie-Arbeitsgemeinschaften betreut. Durch das Vivarium wird der Biologieunterricht am Schulzentrum praktisch und abwechslungsreich gestaltet.

Tiere zum Anfassen

Bei einem Tag der offenen Tür am Sonntag, 5. Mai, will sich die Fachschaft Biologie von 11 bis 15 Uhr der Öffentlichkeit präsentieren. Die Veranstaltung steht unter dem Motto „Vom Mikrokosmos zum Makrokosmos“. Dabei soll es unter anderem um Ökosysteme wie den Wald, Kleinstlebewesen wie Bakterien, aber auch das Universum und Planeten gehen.

Zudem gibt es Kurzvorträge, Experimente und Reaktionstests, Tiere zum Anfassen und für die Kinder eine Rallye und Mitmachaktionen. Auch für Verpflegung und Getränke ist gesorgt.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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