Montagsinterview mit Philipp Kaufmann über die Einkaufsstadt Bad Hersfeld

Bitte mal zusammenreißen

Philipp Kaufmann hat den Wechsel von Bad Hersfeld an seinen neuen Arbeitsplatz in Weiden gut bewältigt. Foto: nh

Bad Hersfeld. Was die Einkaufsstadt Bad Hersfeld auszeichnet und woran sie noch arbeiten muss – das weiß kaum einer besser als Philipp Kaufmann, ehemaliger Centerleister der City Galerie und fast fünf Jahre lang Geschäftsführer des Stadtmarketingvereins. Wir sprachen mit ihm zum beruflichen Abschied aus Bad Hersfeld, denn Kaufmann hat zum 1. Juli dieses Jahres die Geschäftsführung eines Einkaufszentrums in Weiden übernommen.

Herr Kaufmann, Ihr neuer Arbeitsplatz befindet sich in der Oberpfalz. Welche Sprache wird dort eigentlich gesprochen und verstehen Sie die Einheimischen schon?

Philipp Kaufmann: Oberpfälzisch mit einer guten Portion Hochdeutsch – aber wenn einer richtig loslegt, hätte ich wohl keine Chance ihn zu verstehen. Klappt aber alles insgesamt doch sehr gut.

Spaß beiseite, hat der Jobwechsel von Bad Hersfeld gut geklappt?

Kaufmann: Ja, absolut! Ich bin sehr gut aufgenommen worden und habe schon einige interessante Menschen kennenlernen dürfen. Vieles was ich mit meinen Leuten in der City Galerie umgesetzt und gemacht haben, bringe ich hier ein und das fruchtet auch schon.

Sie haben ja dafür gesorgt, dass es einen geschmeidigen Übergang geben würde, haben noch den Live-Jazz, das Weinfest und den Weihnachtsmarkt mit organisiert. Hat das funktioniert?

Kaufmann: Absolut ja! Wir haben im Team, Vorstand, Frau Schmidt und ich sehr gut funktioniert – das hat richtig Spaß gemacht und es gab auch keinerlei Schwierigkeiten. Ich denke gerade am Beispiel Weihnachtsmarkt sieht man ein sehr gutes Ergebnis, auf das wir auch ein bisschen stolz sein können.

Wenn Sie jetzt auf den Stadtmarketingverein schauen, was würden Sie Ihren bisherigen Weggefährten raten?

Kaufmann: Ich denke nicht, dass ich in der Position bin irgendwem etwas zu raten. Ich wünsche allen Beteiligten, dass sie mit Spaß an die anstehenden Aufgaben gehen und dass sich die gesteckten Ziele verwirklichen werden.

Und nun auch mit Blick auf die Verantwortung der Stadt: Was muss geschehen, um die Attraktivität der Einkaufsstadt Bad Hersfeld zu erhalten beziehungsweise zu erhöhen?

Kaufmann: Eine schwierige Frage, gerade wenn man Verantwortung abgegeben hat. Ich würde mir wünschen, dass sich mal alle zusammenreißen und sich mit klaren Ideen an einen großen Tisch setzen und daraus ein Konzept für die nächsten 10 bis 15 Jahre gestalten. Es gibt zurzeit zu viele Nebenkriegsschauplätze und Eitelkeiten, das hat noch keine Stadt wirklich weiter gebracht.

Der Blick zurück fällt möglicherweise auch auf Dinge, die nicht wunschgemäß verlaufen sind. Was würden Sie heute anders machen?

Kaufmann: Enttäuschend für mich ist es, dass wir es nicht geschafft haben, den Stadtmarketingverein direkt bei der Stadt einzupflanzen, da wo er hingehört – das mag vielleicht auch an meiner Person gelegen haben, aber letztendlich ging es mir immer um die Sache. Ich wünsche der Stadt Bad Hersfeld, dass sich da schnell etwas tut und die Kräfte und finanziellen Möglichkeiten gebündelt und effizient eingesetzt werden.

Und zum Schluss: Nennen Sie uns bitte einen Grund, warum Hersfelder nach Weiden fahren sollen.

Kaufmann: Das werde ich sicher nicht tun - aber interessant ist, dass mich viele Hersfelder ansprechen, dass sie Weiden kennen durch Beruf, Familie oder auch Bundeswehrzeiten. Weiden hat eine tolle Fußgängerzone und gerade im Sommer ist hier einiges los, aber ob das reicht, um die einmalige Atmosphäre zur Festspielzeit in Hersfeld damit zu vergleichen…

Von Karl Schönholtz

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