Der SPD-Landtagskandidat Torsten Warnecke schätzt den Schilde-Park

Bitte mehr Ernsthaftigkeit

Sein schönster Platz (neben dem Fahrradsattel): Torsten Warnecke, Landtagskandidat der SPD, im Bad Hersfelder Schilde-Park. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. Es wäre keine Überraschung gewesen, hätte der passionierte Radfahrer Torsten Warnecke zum Pressetermin auf dem Drahtesel geladen. Doch dann findet das Treffen mit dem Landtagskandidaten bei herrlichem Sonnenschein auf einer Bank neben dem Wassertisch im Schilde-Park von Bad Hersfeld statt.

„Der Park ist eine tolle Verknüpfung zwischen der ehemaligen Produktionsstätte von Maschinen und der Überlegung, was man heute daraus machen kann“, begründet Warnecke seine Wahl. Die Renaturierung des Geisbaches, die Nutzung der alten Backsteingebäude und der Schilde-Halle – das käme bei den Menschen gut an, meint der Abgeordnete und fügt hinzu: „Bad Hersfeld hat damit gewonnen.“

Kein Schwerpunkt

Ihn selbst zieht es in der Freizeit freilich meist hinaus aus der Stadt, um auf dem Rennrad die Natur zu erleben. Nicht nur sportlicher Ausgleich für lange Parlaments- und Ausschusssitzungen sei das, sondern auch die Möglichkeit, sich bei moderatem Tempo zu unterhalten.

Den Wahlkampf hat Warnecke bislang als etwas problematisch erlebt, weil sich zwar viele einzelne Themen, aber kein Schwerpunkt herauskristallisiert habe. Der Kandidat will jedoch als Stimmungsbild wahrgenommen haben, dass die Landesregierung als verbraucht gilt. „Bouffier ist kein Neuer“ sagt der Sozialdemokrat und hält dem Ministerpräsidenten vor, für die Hinterlassenschaften seines Vorgängers mit verantwortlich zu sein. Überhaupt wünscht sich Warnecke, dass wieder „mehr Ernsthaftigkeit in die Politik einziehen“ möge.

Ein Konzept zum Nutzen aller

Dies hält er auch mit Blick auf die Bad Hersfelder Festspiele geboten, bei denen er in erster Linie Wiesbaden am Zug sieht. Denn als Eigentümer der Stiftsruine habe das Land nun die Entscheidung zu treffen, wie die Nutzung durch Festspiele und Oper ab 2015 geregelt werden soll. Seiner Ansicht nach solle die Stadt Bad Hersfeld den Auftrag erhalten, zum Nutzen aller ein Konzept mit sämtlichen Akteuren auszuarbeiten und mit diesem beim zuständigen Ministerium vorstellig werden. „Das wäre klug“, meint der Abgeordnete.

Mit der Ernsthaftigkeit in seinem Gesichtsausdruck ist es dann aber vorbei, als die Frage kommt, ob er denn wirklich kein Handy habe. Warnecke lächelt ertappt, druckst ein, zwei Sekunden lang und sagt dann ganz betont: „Ich bin über Mobiltelefon nicht erreichbar.“

Von Karl Schönholtz

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