Musical-Darstellerin Maaike Schuurmans probt für ihre dritten Festspiele

Ein bisschen wie zuhause

Musical-Darstellerin Maaike Schuurmans freut sich auf ihren dritten Festspielsommer in Bad Hersfeld. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. Maaike Schuurmans hat bald alles durch. Die Musical-Darstellerin aus den Niederlanden stand bei den Bad Hersfelder Festspielen schon in einem modernen Musical („Jekyll & Hyde“) auf der Bühne, sie hat den Klassiker des Genres schlechthin („West Side Story“) gespielt, und in diesem Jahr folgt mit „Carmen – Ein deutsches Musical“ wieder etwas anderes, etwas ganz Neues, eine Welturaufführung nämlich.

Dabei zu sein, wenn das Original eines Stückes entsteht, ihre Rolle der Kati zu interpretieren, ohne dass es Referenzen oder Vorbilder gibt, das ist auch für eine erfahrene Künstlerin wie Maaike Schuurmans eine neue, eine spannende Erfahrung. „Da muss man kreativ sein und muss etwas anbieten, womit der Regisseur arbeiten kann,“ sagt sie.

Stecken noch mittendrin

Wie die Kati und das Stück bei der Premiere am 16. Juni ausssehen werden, das vermag Maaike Schuurmans auch nach mehreren Probenwochen nicht einzuschätzen. „Wir brauchen Zeit, wir stecken mitten drin,“ sagt sie, denn Regisseur Nico Rabenald muss die Einzelteile des ins Nachkriegsdeutschland verlegten „Carmen“-Stoffs erst noch zum großen Ganzen zusammenfügen.

Wenn die „Carmen“-Proben in diesen Tagen Pause machen, dann hat Maaike Schuurmans nicht etwa frei, sondern bringt sich in Form für ihren zweiten großen Festspiel-Part, die Anita in der „West Side Story“. „Ich liebe dieses Stück und bin so froh, dass ich es hier machen darf,“ schwärmt die Niederländerin, lobt die Inszenierung von Matthias Davids als „absolut großartig“ und hält die Geschichte für „so universell, dass sie auch in 200 Jahren noch gespielt wird.“

Obwohl Maaike Schuurmans altersmäßig ein wenig reifer ist als die „jungen Hühner“, denen sie gelegentlich bei Castings und Auditions begegnet, hat sie momentan noch keine Probleme damit, das Rollen-Altersspektrum von 25 bis 40 Jahren abzudecken. „Ich wirke auf der Bühne jünger als ich tatsächlich bin,“ schmunzelt sie.

Doch dass irgendwann auch für sie ein „Danach“ kommen wird, diesen Gedanken schiebt sie gar nicht weit von sich. So hat sie „zwischen Hersfeld und Hersfeld“ mit sechs Frauen und selbst geschriebenen Liedern ein Revueprogramm zusammengestellt, mit dem sie in den Niederlanden auf Tournee war. „Da habe ich auch mein Faible für Slapstick entdeckt,“ erzählt sie von einer neuen Facette ihrer künstlerischen Ausdruckmöglichkeiten und ist zuversichtlich, auch in der ferneren Zukunft auf und hinter der Bühne arbeiten zu können.

Verlängerung

Doch jetzt freut sie sich ein weiteres Mal auf den Festspielsommer im ruhigen Bad Hersfeld, das ihr zum zweiten Zuhause geworden ist. Heimat, das bedeutet für Maaike Schuurmans Amsterdam. Aber Bad Hersfeld hat sie in den vergangenen beiden Jahren richtig lieb gewonnen. „Ich fühle mich vertraut hier, wohne mitten in der Stadt, fahre viel Fahrrad und genieße es, draußen zu sein.“

Und diesmal gönnt sie sich sogar ein paar Wochen Verlängerung: Nach den Festspielen wird sie in Kassel Theater spielen erzählt sie und fügt lächelnd hinzu: „Das ist gar nicht so weit weg von hier.“

Von Karl Schönholtz

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