Nur ein bisschen Frieden

Karl Schönholtz

Das Vier-Augen-Gespräch zwischen Intendant Holk Freytag und Bürgermeister Thomas Fehling hat vermutlich nicht alle Probleme rund um die Bad Hersfelder Festspiele gelöst, nach außen hin jedoch für ein bisschen Frieden gesorgt. Das war angesichts des Probenbeginns höchste Zeit, denn öffentliches Hickhack um Finanzen und Strukturen ist nichts als Anti-Werbung. Außerdem liefert es denen Steilvorlagen, die schon immer gerne Nadelstiche gesetzt haben – siehe die Äußerungen des Stadtverordneten Bock. Nichtsdestotrotz ist der „Sturm“ auf dem Spielplan auch hinter den Kulissen Programm: Im Streit um das Marketing hat dem Vernehmen nach jetzt auch die Hamburger Agentur Eskom die Nase voll und ihren Vertrag mit der Stadt gekündigt.

Ein Dauer-Ärgernis scheint für die Stadt Bad Hersfeld auch ihre Gaststätte in den Tiefen des Rathauses zu sein: Der „Ratskeller“ ist seit einigen Tagen geschlossen. Zuletzt war hier die Hünfelder Gastronomen-Familie Zuspann zugange, die im April 2010 mit großen Erwartungen nach Bad Hersfeld gekommen war. Pächter des Lokals ist jedoch die Radeberger Brauerei, die nach HZ-Informationen bereits mit einem neuen Wirt kurz vor Abschluss eines Vertrages steht.

Viel Wind haben die Bad Hersfelder Stadtverordneten am vergangenen Donnerstag nicht gemacht, als sie das Thema Windpark wegen der Bürgerproteste auf die nächste Sitzung vertagten. Ironie am Rande: Der alternativ zum Wehneberg ins Gespräch gebrachte Standort an der Grenze zu Friedewald brächte als Betreiber wieder Ex-Bürgermeister Hartmut H. Boehmer ins Spiel, der beim Auswahlverfahren für den Wehneberg nicht zum Zuge gekommen war.

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