Grundschulen im Kreis bewerben sich nicht für Pilotprojekt

Bislang kein Interesse am Islamunterricht

Hersfeld-Rotenburg. Der Islamunterricht in Hessen rückt näher, verkündeten im August die Landespolitiker. Im Kreis Hersfeld-Rotenburg scheint islamischer Unterricht jedoch noch weit weg. Es gibt derzeit offenbar keinen Bedarf und auch keine Lehrkräfte mit entsprechender Ausbildung.

Im aktuellen Amtsblatt des hessischen Kultusministeriums ist die Teilnahme am Pilotprojekt „Ethik mit Schwerpunkt Islam in der Grundschule“ ausgeschrieben, das zum Schuljahr 2013/2014 starten soll. Bis zum 14. November könnten sich die Grundschulen im Kreis beim Staatlichen Schulamt in Bebra bewerben. Aktuell liegen dem Schulamt aber keine Anträge oder Absichtserklärungen vor, wie Leiterin Anita Hofmann auf Nachfrage mitteilte.

Sie rechnet auch nicht mit Bewerbungen, da es an den meisten Grundschulen im Kreis nicht so viele Schüler mit muslimischem Glauben gebe, wie für die Teilnahme am Pilotprojekt notwendig wären (siehe Hintergund). Die genaue Anzahl muslimischer Schüler im Landkreis ist indes nicht bekannt, denn das Schulamt habe keinen Zugriff auf die Religionsdaten der Schulen.

Zudem seien die Schulen im Kreis bereits vor den großen Ferien angeschrieben worden, um einen möglichen Bedarf für islamischem Unterricht zu ermitteln. Daraufhin habe sich niemand gemeldet.

Wohl die meisten Schüler mit Migrationshintergrund im Kreis hat die Brüder-Grimm-Grundschule in Bebra. Doch auch dort besteht aktuell keine Notwendigkeit und auch keine Möglichkeit, speziellen Islamunterricht anzubieten, sagt Schulleiterin Annemarie Warneck (siehe Seite 2).

Allgemeiner Ethikunterricht als Ersatzfach für Religionsunterricht soll laut Schulamtsleiterin Anita Hofmann ab 2017 in allen Grundschulen angeboten werden. Darin könnten dann auch die verschiedenen Religionen thematisiert werden. Seite 2, Hintergrund, ZUM TAGE,

Von Nadine Maaz

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