Obdachlose schlafen immer noch lieber an der frischen Luft

Bisher wenig Betrieb in Notunterkünften

Hersfeld-Rotenburg. Die Gemeinden im Kreis Hersfeld-Rotenburg mussten bisher nur wenige Obdachlose in Notunterkünften unterbringen. Als Grund geben die Verwaltungen in Rotenburg und Bad Hersfeld den bislang ungewöhnlich milden Winter und das Ausbleiben von Frost an.

Für die Stadt Rotenburg bedeuten die relativ warmen Temperaturen einen wichtigen Aufschub. „Bis Ende Oktober hat die Stadt ein altes Bauernhaus als Notunterkunft genutzt“, erklärt Ulf George. Er ist als Fachdienstleiter in der Stadtverwaltung unter anderem für Obdachlosenfragen zuständig. Als neue Unterkunft soll in den kommenden vier Wochen ein Wohncontainer aufgebaut werden.

Derzeit gebe es glücklicherweise keine Notfälle. „Wenn jetzt ein solcher Fall auftritt, müssten wir den Betroffenen entweder einweisen oder versuchen, ihn in einer Nachbargemeinde unterzubringen“, sagt George.

Es gibt noch freie Plätze

In Bad Hersfeld sind derzeit drei der insgesamt 18 Plätze in der Notunterkunft belegt. Auch Werner Steidel, Fachbereichsleiter Bürgerdienste bei der Stadt Bad Hersfeld, führt diese geringe Belegung auf die milde Witterung. „Nur deswegen sind wir zum Glück noch nicht voll belegt“, sagt er.

Neun Zimmer stehen in der Notunterkunft neben dem Tierheim an der Friedloser Straße zur Verfügung. Je nach Bedarf können dort jeweils bis zu zwei Obdachlose ein Dach über dem Kopf finden.

Die Stadt Bad Hersfeld unterhält speziell für Frauen, die in Notsituationen gekommen sind, zudem noch zwei kleine Wohnungen in der Wehneberger Straße. Bei Familien, die in Not geraten sind, werden andere Lösungen angestrebt – je nach Situation.

Durch diese Möglichkeiten könne in Bad Hersfeld jeder Hilfe bekommen, wenn er sie möchte, betonte Werner Steidel. „Wer im Freien schläft, der will das auch so.“ Seite 2

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Von Reemt Bernert

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