Ob sich die Luchse in Waldhessen angesiedelt haben, sollen Fotofallen klären

Bilder bringen Gewissheit

Noch ein bisschen verschlafen: Die Luchse im Wildpark Knüll haben Brüder, die durch die Wälder Waldhessens streifen. Foto: privat

Hersfeld-Rotenburg. Wer jetzt einen Waldspaziergang macht, der kann die Paarungsgeräusche der Luchse hören. Sie klingen wie eine Kombination aus einem Pfeifen und einem Husten. Denn zurzeit ist bei den Luchsen Ranzzeit (Paarungszeit). Gesehen werden die scheuen Raubkatzen aber kaum.

„Das Paarungsgeräusch der Luchse ist sehr charakteristisch und wurde in den Wälder im Kreis schon mehrfach gehört“, sagt Dr. Hans-Werner Führer, Leiter des Forstamtes in Rotenburg.

Darüber, dass es im Kreis Luchse gibt, sind sich alle einig. Dennoch gibt es keine Anzeichen dafür, dass sich die Katzen wie im Melsunger und Spangenberger Raum angesiedelt haben und nicht nur durch den Kreis streifen. Dort leben zurzeit eine Katze, ein Kuder (Kater) und zwei Jungtiere. Diese wurden schon 36-mal im Wald entdeckt und sind auch schon öfter fotografiert worden.

Zu wenig Sichtungen

„In Melsungen ruft etwa alle drei Wochen jemand an und sagt, dass er einen Luchs gesehen hat. Bei mir kommt das vielleicht einmal im Jahr vor“, beschreibt der Luchsbeauftragte Dr. Wolfgang Fröhlich. Für eine genaue Prognose seien regelmäßige Sichtungen notwendig und die kommen bisher im Kreis nur sehr selten vor. Die bisher gerissenen Tiere und Spuren würden noch nicht reichen. „Es ist natürlich schwierig, die Luchse in ihrem großen Revier zu entdecken, denn sie sind nicht standorttreu“, so Jagdpächter Michael Gauller. „Aber sie sind da. Sie kommen wahrscheinlich aus dem Osten über Ludwigsau und den Obersberg nach Kirchheim. Dort wurden sie ja auch gesehen. Das ist auf der Karte ja etwa eine Linie.“

Der Luchsbeauftragte Wolfgang Fröhlich vermutet sogar, dass es sich die scheuen Katzen im Kreis schon bequem gemacht haben. „Mich würde nicht wundern, wenn sich die Luchse im Norden an der Grenze zum Schwalm-Eder-kreis angesiedelt haben. Dort scheinen die ökologischen Bedingungen ideal zu sein.“ Für diese Vermutung fehlen aber noch die benötigten Beweise: Sichtungen, Fotos oder Jungtiere.

Jungtiere im Mai oder Juni

Die Jungtiere könne man aber sowieso erst im Mai oder Juni sehen, da die Luchse ihre Kleinen dann zur Welt bringen. So lange will man im Kreis Hersfeld-Rotenburg nicht warten, deshalb sollen auch hier, wie schon im Melsunger Raum, Fotofallen aufgestellt werden.

„Wir wollen auch Fotofallen aufstellen. Die Angebote liegen mir schon vor“, erzählt Thomas Brückner vom Forstamt Bad Hersfeld. Für eine Fotofalle wird ein Holzpfahl mit Lockstoffen eingestrichen. Der Geruch zieht die Katzen an, diese reiben sich daran, sodass Haare für einen genetischen Abgleich hängen bleiben. Währendessen werden sie fotografiert. „Damit haben wir dann sogar einen doppelten Beweis in der Hand“, erklärt Thomas Brückner. (mad)

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