Bücher machen nur noch ein Drittel der Ausleihen aus

Bibliotheken verleihen mehr digitale Medien

Hersfeld-Rotenburg. Das Buch hat in den Bibliotheken des Landkreises seine Vormachtstellung verloren. Das zeigen die Jahresberichte der Einrichtungen. Im Medienzentrum Hersfeld-Rotenburg standen im Jahr 2010 rund 55 000 Büchern 125 500 andere entliehene Medien gegenüber. Darunter 74 800 CDs – 67 750 waren es noch im Jahr 2009.

Auch in der Konrad-Duden-Stadtbibliothek in Bad Hersfeld spielt das Buch nicht mehr die Hauptrolle: 87 000 Printmedien wurden dort vergangenes Jahr ausgeliehen und 134 000 CDs, DVDs oder Computerspiele. „Inzwischen nehmen bei uns auch Online-Ausleihen immer mehr zu“, sagte Sandra Rudolph von der Konrad-Duden-Stadtbibliothek. Als Mitglied des „onleihe“-Verbandes – ein Service für die Online-Ausleihe von digitalen Medien – kann die Bibliothek ihren Benutzern Bücher übers Internet zum Downloaden bereitstellen. „Vor allem Nutzer mittleren Alters laden immer häufiger Bücher herunter“, so Rudolph. Im Jahr 2010 verzeichnete die Bibliothek rund 15 000 Online-Ausleihen.

Heute, am 16. Tag der Bibliotheken, seien die Büchereien trotz des Medienwandels noch immer von großer Bedeutung, meint Sabine Homilius, Geschäftsführende Vorsitzende des hessischen Landesverbandes des Deutschen Bibliothekenverbandes. „Bibliotheken wirken an der Weiterentwicklung der Gesellschaft mit, stärken die Lese-, Medien- und Informationskompetenz und sind lebendige Orte des Lernens und der kulturellen Begegnung.“

Auch Anja Staab, Leiterin des Medienzentrums in Rotenburg, ist zuversichtlich. „Das Medienzentrum wurde auch 2010 wieder sehr gut angenommen. 2537 aktive Leser haben das Angebot wahrgenommen.“ Darunter seien 483 Neuanmeldungen gewesen. Vom Angebot der Bad Hersfelder Stadtbibliothek machten 4200 Gebrauch, hinzugekommen waren 860 neue Nutzer. Hintergrund, Zum Tage  lokalseite 8

Von Claudia Hempel

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