HZ-Montagsinterview mit dem Hersfelder Klimaschutzbeauftragten Guido Spohr

Das Bewusstsein ist da

Es werde Licht, aber bitte energiesparend: Klimaschutzbeauftragter Guido Spohr. Foto: ks

bad hersfeld. Keine Frage zum Thema Energiesparen soll unbeantwortet bleiben, wenn am kommenden Freitag und Samstag in der Stadthalle die 1. Bad Hersfelder Energie- und Klimatage stattfinden. HZ-Redakteur Karl Schönholtz sprach mit Guido Spohr, dem städtischen Klimaschutzbeauftragten, über den Stand der Vorbereitungen und die Hintergründe der Leistungsschau.

Herr Spohr, sind Sie im Stress?

Guido Spohr: Ja, ich bin richtig im Stress. Der Stand der Dinge ist, dass wir mit 30 Ausstellern, vier hochkarätigen Vorträgen und drei Ausstellungen sehr gut bestückt sind. Unsere Hausaufgaben haben wir gemacht, aber wir müssen jetzt schauen, dass wir noch etwas für die Veranstaltung werben, damit uns die Hersfelder dann auch besuchen.

Warum macht das die Stadt überhaupt?

Spohr: Um zu zeigen, dass sie im Bereich Energieffizienz, Klimaschutz und Energieeinsparung aktiv ist. Und es soll zeigen, was in der Region in diesem Bereich auf dem Markt ist und was die Region zu leisten imstande ist. Die beteiligten Unternehmen stellen wirklich die modernste Technik her, von der Energiesparsauna über moderne Fenster mit Dreifachverglasung bis hin zu den aktuellen Möglichkeiten, wie man ein Dach dämmen kann. Es geht dabei auch um Bewusstseinsstärkung.

Ist das Klimaschutzkonzept der Stadt nur eine politische Willenserklärung oder gibt es in der Bevölkerung bereits ein Bewusstsein für diese Themen?

Spohr: Das gibt es auf jeden Fall. Denn in den sieben Monaten, die ich jetzt hier arbeite, habe ich etwa 750 Beratungsgespräche geführt. Der Bedarf ist also da. Das geht querbeet durch alle Fragestellungen, etwa nach einem kleinen Windrädchen zur Stromerzeugung auf dem Dach bis hin zu Informationen zur energetischen Sanierung von Altbauten mit unserem Förderprogramm.

Stichwort „Bad Hersfeld saniert sich“. Das ist ja gut angelaufen. Soll das Programm noch ausgeweitet werden? Sollen die Energie- und Klimatage da noch stärkeres Interesse wecken?

Spohr: In jedem Falle. Dafür ist die Veranstaltung gedacht. Die Leute sollen sehen, dass die Handwerksbetriebe der Region die Leistungen, die wir fördern, auch tatsächlich erbringen können.

Energetische Sanierung ist nicht billig. Wie groß ist in etwa die Unterstützung, die man erwarten kann?

Spohr: Konkrete Angaben sind schwierig, weil es verschiedene Möglichkeiten gibt. Ich sage mal, im günstigen Falle werden von den Energieeffizienz-Maßnahmen mindestens 50 Prozent gefördert.

Kann man trotzdem etwas tun, wenn man sich so etwas nicht leisten kann?

Spohr: Ja. Auch dafür liefern die Energie- und Klimatage Informationen und Anregungen. Das fängt beim Stand-by-Betrieb von Elektrogeräten an, geht über sparsame Waschmaschinen bis zur Frage, wann es sinnvoll ist, den Backofen auszutauschen.

Und jetzt die Gretchenfrage: Lebt der Klimaschutzbeauftragte Guido Spohr privat ganz bewusst, oder ertappt er sich auch mal bei einer Energie-Sünde?

Spohr: Ja, natürlich. Es passiert beispielsweise, dass man sich erwischt und den Stand-By-Betrieb seiner Musik-Anlage vergessen hat auszuschalten. Klimaschutz heißt auch immer, sich an die eigene Nase zu fassen und zu überlegen, was man selbst anders oder besser machen kann. Ausstellungen, Zur Person

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