Waldhessische Delegation besuchte polnische Partnerregion Dzialdowo

Bewegung als Medizin

Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt, Ilse Koch (Seniorenbeirat Bebra), Anja Csenar (Beauftragte für Zukunftsfragen), Lidia Nyga-Skwara (Beauftrage des Landkreises Dzialdowo), Landrat Marian Janicki, Wladyslaw Kubinski (Kreistagsvorsitzender Landkreis Dzialdowo), Horst Hannich (Kreistagsvorsitzender Landkreis Hersfeld-Rotenburg), Werner Knöß (Seniorbeirat Rotenburg a. d. Fulda), Horst Peschges (Seniorbeirat Alheim), Dr. Frank Klein (Hausarzt Schenklengsfeld) und Walter Schmidt (Seniorbeirat Neuenstein) (von links) tauschten sich über Themen Seniorenarbeit oder den Kampf gegen Diabetes aus. Unser Bild zeigt sie im Park in Dzialdowo, wo unter anderem ein Wegweiser nach Bad Hersfeld zeigt. Foto: privat

Hersfeld-Rotenburg. Knapp 1 000 Kilometer Entfernung liegen zwischen Bad Hersfeld und dem polnischen Dzialdowo – und dennoch verbindet beide Regionen eine lebhafte und freundschaftliche Partnerschaft, die in diesem Jahr bereits seit zehn Jahren besteht. Beinahe im Jahresrhythmus sind Delegationen unterwegs, diesmal von Deutschland nach Polen. Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt und Kreistagsvorsitzender Horst Hannich besuchten mit einer Delegation die Partnerregion und absolvierten ein ausgesprochen informatives und vielseitiges Programm.

Landrat Marian Janicki und der Kreistagsvorsitzende aus dem Landkreis Dzialdowski, Wladyslaw Kubinski, begrüßten die deutschen Gäste und präsentierten Sektionen der Seniorenuniversität. Die umfangreichen Angebote beeindruckten besonders die deutschen Seniorbeiräte aus Alheim, Bebra, Rotenburg und Neuenstein. 14 Themenbereiche bietet die Seniorenuniversität den polnischen Senioren an, darunter auch Literatur, Bridge, Schwimmen, Computer, Gymnastik, Handarbeiten, Nordic-Walking oder Operette.

Beim anschließenden Stadtrundgang begrüßte Bürgermeister Bronislaw Mazurkiewicz die deutsche Delegation.

Selbsthilfegruppe will Kontakt

Unter dem Motto „Bewegung – das Medikament des 21. Jahrhunderts“ stand ein Besuch beim Polnischen Diabetikerbund, Kreisverband Dzialdowo. Vorsitzender Wladyslaw Kubinski bat um Unterstützung für den Austausch mit deutschen Selbsthilfegruppen. Dr. Klein berichtete dem polnischen Verband über das Diabetes-Präventionsprojekt, das in diesem Jahr im Landkreis Hersfeld-Rotenburg gemeinsam mit der Landesärztekammer stattfindet.

Im Sozialhilfehaus der Stadt Lidzbark lernte die deutsche Delegation eine Tagespflege für psychisch und geistig behinderte Menschen kennen. Außerdem berichtete die Leiterin des Projekt „Häusliche Gewalt in Familien“ über ihre Arbeit.

Im Anschluss wurde das erst 2009 eröffnete Kinderhaus Mario besucht. Dort sind 34 Kinder zwischen 9 und 18 Jahren untergebracht; die meisten mit Abhängigkeitserkrankungen wie Drogensucht oder Alkoholismus. Der Bedarf an Unterbringungsplätzen steigt; daher wird das Kinderhaus gerade erweitert und kann ab September 2012 mehr Kinder aufnehmen.

Hausärztliche Versorgung

Im Austausch mit seinem deutschen Kollegen, Dr. Frank Klein, präsentierte Dr. Arkadiusz Smolicz die verschiedenen Systeme der hausärztlichen Versorgung. Das polnische System wurde dem deutschen System bereits in vielen Bereichen angeglichen. Landrat Dr. Schmidt stellte die Aktivitäten der Hausarztakademie Hersfeld-Rotenburg vor.

Den Abschluss des Besuchs in der polnischen Partnerregion bildete eine Fahrt nach Grunwald, 40 Kilometer nördlich von Dzialdowo. Dort finden die traditionellen Treffen zum Gedenken an die Schlacht bei Tannenberg vor 602 Jahren statt. (red/zac)

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