45 Jahre alter Bielefelder wegen gewerbsmäßigen Betrugs bestraft

Bewährungsstrafe für Küchenbetrüger

Bad Hersfeld. Eine Haftstrafe von 18 Monaten wegen gewerbsmäßigen Betrugs, ausgesetzt auf drei Jahre zur Bewährung, ist das Urteil für einen 45 Jahre alten Geschäftsmann aus Bielefeld. Er hatte im Jahr 2013 in insgesamt fünf Fällen Kunden eines von seiner 41 Jahre alten Lebensgefährtin geführten Hersfelder Küchenstudios, das inzwischen insolvent ist, um Geld geprellt. In einem Fall ist es beim Versuch geblieben.

In allen Fällen hatten Kunden bei ihm hochwertige Küchen bestellt und dafür insgesamt Anzahlungen von über 50 000 Euro geleistet.Das Geld benötigte der 45-Jährige, um andere bereits bestellte Küchen komplett finanzieren zu können. Der Küchenhersteller hatte ihn bereits auf dem Index und nur gegen Vorkasse geliefert.

Irgendwann ist dann das Konstrukt, Richter Michael Krusche sprach von einer Art Schneeballsystem, zusammengebrochen. Das Geld langte hinten und vorne nicht mehr. Bereits die Gründung des eigenen Geschäfts habe auf wackeligen Beinen gestanden, so der Richter.

Dem Angeklagten hielt Krusche zugute, dass er, nachdem er 2008 seine Lebensgefährtin kennengelernt und mit ihr eine Tochter bekommen hatte, sein Leben komplett umkrempelte. So lief eine Bewährung für mehrere Betrugs- und Unterschlagungsdelikte 2011 aus. In guter Absicht hätten die beiden sich mit ihrem Küchenstudio eine neue Existenz aufbauen wollen. Doch da der 45- Jährige nach eigenen Angaben mehr Küchenverkäufer als Geschäftsmann sei, scheiterte das Vorhaben.

Zu der Bewährungsstrafe kommen noch Auflagen hinzu. So muss er bis zum 25. April nachweisen, dass er eine neue Anstellung hat und dass ihm sein neuer Chef ein Darlehen über 10 000 Euro in Aussicht gestellt hat. Mit diesem Geld möchte er seine geprellten Kunden teilweise entschädigen. Die „ahnungslose“ 41-Jährige bekam wegen Beihilfe eine Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu je 15 Euro aufgebrummt.

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