55-Jähriger soll Frauen geschlagen haben

Bewährung verspielt

Bad Hersfeld. Wegen vorsätzlicher Körperverletzung in zwei Fällen ist ein 55-Jähriger aus Kirchheim gestern vor dem Schöffengericht des Amtsgerichts Bad Hersfeld zu zehn Monaten Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt worden. Der offenbar alkoholkranke Angeklagte war bereits einschlägig vorbestraft und stand zudem noch wegen Körperverletzung unter Bewährung.

Der gebürtige Bad Hersfelder soll zum einen am 14. September 2011 eine Bekannte geschlagen haben, wobei diese ein blaues Auge und Nasenbluten erlitt. Zum anderen wurde im vorgeworfen, am 17. Dezember 2011 eine weitere Frau geschlagen und getreten zu haben, sodass diese einen Zahn beziehungsweise eine Krone verlor und Prellungen erlitt.

Büschel Haare ausgerissen

Außerdem soll der Angeklagte der heute 35-Jährigen büschelweise Haare ausgerissen haben. Der Kirchheimer bestritt die Vorfälle und gab an, die Frauen hätten sich verletzt, weil sie gestürzt seien. Auch die Frauen sind offenbar Alkoholikerinnen.

Im ersten Fall habe der 55-Jährige die langjährige Bekannte, die sich damals von ihrem Freund trennen wollte und für drei Wochen bei dem Kirchheimer in dessen Wohnung unterkam, mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen haben. Warum, das konnte auch die als Zeugin geladene Frau nicht genau sagen, deren ebenfalls als Zeuge gehörter Freund später die Polizei informierte. Das Opfer selbst wollte keine Anzeige erstatten und gab an, der Angeklagte habe sich mit einem Strauß weißer Rosen bei ihr entschuldigt.

Im zweiten Fall ging es um eine Auseinandersetzung mit einer weiteren Bekannten, die immer mal wieder bei dem Angeklagten übernachtet habe. Dem Vorfall waren ein Umzug und Alkoholkonsum vorausgegangen, dabei waren unter anderem auch das erste Opfer und deren Lebensgefährte anwesend. Der 55-Jährige soll das Opfer aus einem Auto gezerrt, geschlagen und getreten haben.

Als Zeuge sagte ein Nachbar aus, der damals die Polizei und einen Krankenwagen gerufen hatte. „Auf dem Hof lagen überall Haare“, so der Mann, weitere Details konnte er allerdings nicht nennen. Sowohl das Opfer als auch der Angeklagte waren stark alkoholisiert.

Auch wenn die Zeugenaussagen sich teilweise widersprachen und der Verteidiger des Angeklagten Freispruch forderte, orientierte sich Richter Michael Krusche schließlich am Antrag des Staatsanwaltes und verurteilte den Kirchheimer zu zehn Monaten ohne Bewährung. Für einen Haftbefehl reichte es nicht. Der Angeklagte hat unter anderem eine langjährige Haftstrafe wegen Totschlags abgesessen und mehrere Therapieanläufe und Entgiftungen hinter sich.

Von Nadine Maaz

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