Zwei Mitglieder einer international agierenden Bande wurden jetzt in Fulda verurteilt

Bewährung für Hehler

Ein Angeklagter mit Verteidiger Klaus Rüther vor dem Landgericht Fulda. Foto: Volker Nies

Fulda. Weil sie Teil einer internationalen Bande waren, die in Italien geleaste Baufahrzeuge innerhalb Europas und in den Nahen Osten verschob, sind zwei Osthessen vom Landgericht Fulda zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Ein 45-Jähriger aus Bebra, der schon in Italien in Haft saß, wurde zu zwei Jahren, sein 30 Jahre alter Helfer aus Rotenburg zu einem Jahr und drei Monaten verurteilt.

Die internationale Bande hatte in Italien Unternehmern fast 100 geleaste Lastwagen und Bagger abgekauft und mit einer ausgeklügelten Organisation auch nach Deutschland verschoben, sagte Staatsanwalt Andreas Hellmich. Der Einblick in das System der Täter sei vor allem deshalb gelungen, weil der Hauptangeklagte ein umfassendes Geständnis ablegte. Der 45-Jährige hatte, so stellte das Gericht in seinem Urteil fest, nach der Insolvenz seiner Spedition 500 000 Euro Schulden. Er gründete danach in Bebra die Firma TTC Truck Trade Center und handelte mit Nutzfahrzeugen – auch mit verschobenen Fahrzeugen.

Der Angeklagte räumte den Tatvorwurf der Staatsanwaltschaft ein: Er habe 2010 und 2011 fünf Lkw und Bagger in Italien gekauft und gewusst, dass die Verkäufer die Fahrzeuge nur geleast hatten. Er sei aber nicht der Kopf der Bande gewesen. Die Bande beauftragte Schlepper, die Fahrzeuge über Österreich nach Deutschland zu bringen. Auf seinem Hof seien dann die Fahrgestellnummern manipuliert worden. Die gefälschten Papiere, die als Blankoformulare aus der italienischen Staatsdruckerei in Kalabrien gestohlen worden waren, lieferten die Italiener gleich mit. In Italien wurde der Mann zu zwei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt, die er zum Teil absaß. Auch das berücksichtigte das Gericht in seinem Urteil.

Der mitangeklagte Rotenburger hatte als Heizungsbauer den Hauptangeklagten kennengelernt. Der Helfer eröffnete ein Konto, über das zwei Geschäfte abgewickelt wurden, und richtete ein Verkaufskonto im Internet ein. Über sein Konto flossen mehr als 80 000 Euro, die er in bar abhob, sich eine Provision sicherte und den Hauptbetrag an den Bebraer übergab. Er habe erst nach und nach mitbekommen, dass es sich beim dem Fahrzeugverkauf um eine kriminelle Tat handelte, sagte er. Sein Verteidiger Harald Ermel erklärte, sein Mandant sei nicht nur Täter, sondern auch Opfer gewesen. Er habe nur als Strohmann gehandelt.

Von Volker Nies

 

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