Gericht verurteilte 29-Jährigen, der Geräte verkauft hatte, die er gar nicht besaß

Betrug übers Internet

Bad Hersfeld. Der junge Mann aus Hohenroda war in einer verzweifelten Lage. Vor zwei Jahren lebte er von Hartz IV, er hatte Schulden und es drohte der Verlust der Wohnung. Er brauchte Geld, möglichst schnell viel Geld.

In seiner Not griff der 29-Jährige zu betrügerischen Mitteln. Über das Internet-Auktionshaus E-Bay bot er Geräte zum Verkauf an, die er jedoch gar nicht hatte. Er ließ sich die vermeintliche Ware vorab bezahlen, lieferte aber nicht aus. Mit dem so eingenommenen Geld – insgesamt 2000 Euro – bezahlte er seine Schulden.

Die Sache flog auf, deshalb musste der Hohenrodaer sich jetzt wegen Betruges in sieben Fällen vor dem Amtsgericht Bad Hersfeld verantworten. Obwohl der Angeklagte bereits zweimal wegen Betruges vorbestraft war, gelang es ihm, Richter Alexander Baumann und selbst Oberamtsanwältin Birgit Steinmüller davon zu überzeugen, dass er nur aus akuter Not zu illegalen Mitteln der Geldbeschaffung gegriffen habe und das auch nicht wieder tun werde. Und da er inzwischen aktiv geworden ist, um sein Leben in die Hand zu nehmen, berufliche Qualifikationen erworben und sich selbständig gemacht hat, sahen alle Beteiligten die Zukunft des jungen Mannes durchaus positiv.

Die Oberamtsanwältin ließ deshalb den Vorwurf des gewerbsmäßigen Betruges fallen und sprach sich für eine Freiheitsstrafe von einem Jahr aus, die auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wird. Gegen diesen Antrag hatte auch Verteidigerin Daniela Morbach keine Bedenken. Richter Baumann nahm den Vorschlag auf. Als Bewährungsauflage gab er dem Hohenrodaer zudem auf, seine Schulden bei den betrogenen Kunden abzustottern – mit Raten von 100 Euro im Monat. (zac)

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