Helfer von CHD und CVJM Bad Hersfeld verteilen Pakete an Bedürftige in Rumänien

Besuch ist ein Geschenk

Zu Gast in der Roma-Siedlung in Cluj in Rumänien: Der Bulibasha, der Chef der Romas, zeigt den Gästen von CVJM und CHD aus Bad Hersfeld, wie die Menschen dort in einer Art Slum leben. Die Gruppe aus Waldhessen verteilt Pakete, die in den Wochen vor Weihnachten in den großen Supermärkten in der Region mit Hilfe von Spenden gepackt worden sind. Fotos: mh

Vor einer halben Woche haben wir uns auf den Weg gemacht nach Rumänien. Ungefähr 2200 Weihnachtspäckchen sind bereits in den Tagen vor Weihnachten auf die Reise gegangen und warten jetzt darauf, von uns und vielen Helfern vor Ort verteilt zu werden.

Vieles liegt schon hinter uns. 1800 Kilometer Strecke und einige Stationen. Jetzt befinden wir uns in unserer befreundeten Kirchengemeinde in Piatra Neamt. Seit zwei Tagen sind wir hier und heute geht es weiter. Auf uns warten jetzt ein deftiges Frühstück und 30 Zentimeter Neuschnee.

Ärmste Gegend Rumäniens

Die Nacht tat gut, um die vielen sehr gewaltigen Eindrücke von Sonntag zu verarbeiten. Wir sind gemeinsam bis tief in die Region Moldavien gefahren – die ärmste Gegend Rumäniens. Der Bürgermeister einer Großgemeinde mit zwölf Dörfern bereitete uns einen herzlichen Empfang und führte uns in ein weit entlegenes Dorf. Schon die Anfahrt mit unseren Kleinbussen erwies sich als Herausforderung. Wir verteilten unsere Weihnachtsgeschenke in kleinen Teams mit Dolmetschern. So konnten wir die Menschen und ihre Lebensumstände kennenlernen. Wir durften viele in ihren „Häusern“ besuchen und so persönlich mit ihnen sprechen. Wir merkten, dass die Pakete meistens nur ein Teil des Geschenkes, das wir bringen, sind. Der Bürgermeister bestätigte unseren Eindruck, dass allein unser Besuch, das Interesse an ihnen und die Gebete, die uns oft miteinander verbinden, eine mindestens genauso starke Wirkung haben.

Schon unsere Fahrt hierher war gefüllt mit vielen Erlebnissen. Bereits am zweiten Tag wurden wir durch den Besuch eines Romaviertels in Cluj regelrecht in eine andere Welt geworfen. Auf einer Müllhalde leben Roma-Familien mit mindestens 1700 Kindern in einem Slum, wie wir ihn nur aus Afrika oder Indien erwartet hätten – aber wir befinden uns in der EU.

Der Bulibasha (Roma-Häuptling) führte uns durch die Siedlung erklärte uns die Umstände. Wir bekamen Einblick in die Blech- und Holzhütten. Sehr beeindruckt hat uns die Hingabe eines Holländischen Paares, das seit 20 Jahren mit den Roma dort lebt. Durch ihre Bereitschaft wie die Menschen dort zu leben und ihr Engagement sind mittlerweile zwei Kindergärten und eine Grundschule entstanden.

Zurück über die Karpaten

Jetzt aber machen wir uns erst mal her über paniertes Fleisch und Kartoffelsalat, Würstchen mit Senf und Krautrouladen zum Frühstück. Dann werden wir die Schneeketten anlegen und uns über die Karpaten wieder Richtung Westen zurückkämpfen zu unserem nächsten Ziel in der Gegend von Sovata. Was uns genau erwartet, wissen wir noch nicht. Denn unserem eigentlichen Vorhaben, die Pakete direkt zu den Familien zu bringen, kam eine Beerdigung im Dorf dazwischen. Es wird sein wie an allen anderen rumänischen Tagen … überraschend.“

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