Standort Rotenburg fällt der Bundeswehrreform zum Opfer

Bestürzung über Aus für Alheimer-Kaserne

Rotenburg. Bestürzung, Unverständnis und scharfe Kritik – das sind die Reaktionen in unserer Region auf die von Verteidigungsminister Thomas de Maizìere gestern verkündete Schließung der Alheimer-Kaserne in Rotenburg. Es ist der einzige Standort in Hessen, der der Bundeswehr-Reform komplett zum Opfer fällt.

In der Kaserne sind rund 550 Soldaten stationiert, 150 davon sind Feldjäger. Sie müssen ebenso an andere Standorte wechseln wie die Soldaten des Führungsunterstützungsbataillons 286, einer Fernmeldeeinheit. Für die 50 Zivilangestellten könnte es schwerer werden, Ersatz-Arbeitsplätze zu finden.

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) bedauerte die Schließung des Standortes. Er versicherte, dass weder Bund noch Land die Menschen in der Region nach dieser Entscheidung allein lassen werden. Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt (CDU) sprach von einer „kalten Dusche, die wir erstmal verdauen müssen“. Gemeinsam mit der Ersten Kreisbeigeordneten Elke Künholz (SPD) bezeichnete er die Entscheidung als nicht nachvollziehbar und forderte von Bund und Land finanzielle Hilfen für die Umwandlung der Liegenschaft.

Rotenburgs Bürgermeister Manfred Fehr (SPD) reagierte mit „größter Verärgerung“ auf die Entscheidung, die nur auf dem „Unwissen einiger Entscheidungsträger beruhe“. Es zeige sich einmal mehr, dass unsere Region keinerlei Lobby in CDU-Kreisen habe. Fehr ist nun äußerst besorgt um die strukturschwache Region.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Helmut Heiderich sprach von einer klaren Fehlentscheidung des CDU-geführten Verteidigungsministeriums und forderte von Bund und Land finanzielle Unterstützung. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Roth sprach von einem „schweren Schlag für die Region“ und erinnerte an die betroffenen Soldaten und Zivilbeschäftigten, die in der Region fest verankert seien. (kai, rai, ach) ZUM TAGE, SEITEN 2 UND 3

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