Das Ensemble der Musical Company bringt die Stadthalle in Bad Hersfeld zum Kochen

Das Beste kommt zum Schluss

Der Anfang vom Ende einer mitreißenden Show: Tracy Plester röhrt „Another One Bites The Dust“ aus dem Queen-Musical „We Will Rock You“ . Fotos: Urban

BAD HERSFELD. Die Musical Night war für die Besucher der Stadthalle die Krönung des Weihnachtsfestes. Mit stehenden Ovationen und Zugabe-Rufen belohnten sie den rund dreistündigen Streifzug durch 55 Jahre Musical-Geschichte. Sichtlich Spaß hatten auch die fünf stimmgewaltigen Sängerinnen und Sänger der Company sowie die sechs Instrumentalisten, die mit komödiantischen Einlagen für etliche Lacher sorgten.

Die musikalische Reise führte von Klassikern wie „West Side Story“ über „Phantom der Oper“ zu „Moulin Rouge“ und von ABBA über Udo Lindenberg zu Queen. Zum Einstieg vermittelte „Ich hoff ich schaff es“ (aus: A Chorus Line) Lampenfieber und ständigen Kampf um ein Engagement, mit dem sich wohl auch die Musical Company plagt. Damit war die Sympathie geweckt und wenige Augenblicke später hatten die Künstler das Publikum für sich gewonnen. Das Programm bestach durch eine kluge Mischung von selten gespielten Liedern aus altbekannten und mitreißenden Songs aus jungen, rockigen Musicals.

Vielseitige Bühnenprofis

Cori Townsends Choreographie verknüpfte „Seven Wonders“ (Catch me if you can) nahtlos mit „Sweet Transvestite“ (Rocky Horror Show) und ließ „Waterloo“ (Mamma Mia) in „Hinterm Horizont geht’s weiter“ (Hinterm Horizont) fließen. Zudem zauberte ihr kraftvoller Rufgesang bei „Der ewige Kreis“ (König der Löwen) auch ohne Tierkostüme die afrikanische Steppe in die Stadthalle. Wie sie sind alle Gesangssolisten der Musical Company großartige Darsteller mit internationaler Bühnenerfahrung in großen Produktionen. Tracy Plester war Eva Peron, als sie mit klarer Stimme und großen Gesten bat: „Wein nicht um mich Argentinien“ (Evita). Simon Tunkin und Alexandra Gentzen glänzten besonders mit dem zunächst gegeneinander gesungenen Duett „Try to remember“ (The Fantasticks) und Deimos Virgillito zeigte beeindruckendes schauspielerisches Talent als Sylvester Stallone (Rocky), Udo Lindenberg (Hinterm Horizont) oder Patrick Swayze (Dirty Dancing). Für kurze Moderationen kam Axel Törber hinterm Schlagzeug hervor und erzählte Wissenswertes über die dargestellten Szenen, die Hintergründe der Geschichten oder die Autoren und Komponisten. Im fulminanten Abschluss-Medley spielten noch einmal alle Solisten ihre Stärken voll aus. Das Publikum klatschte und sang mit, Hände gingen nach oben, bewegten sich teils mit Feuerzeugen im Takt und die Stimmung suggerierte volles Haus, obwohl nur die Hälfte der Plätze besetzt war.

Wiederholung in 2013

Wer nach diesem Abend Lust auf mehr Musical oder die Show verpasst hat, darf sich auf nächstes Jahr freuen. Törber kündigte an, dass die „Musical Night“ im nächsten Jahr mit neuem Programm wieder in die Lullusstadt kommen wird.

Von Dagmar Urban

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