Neun Kinder der Wilhelm-Neuhaus-Schule geben als Schlichter ein gutes Beispiel

Für ein besseres Schulklima

Nachgestellte Szene: Karen Träger (vorn) redet beschwichtigend auf Rouven John (vorne rechts) ein, während Rupinder Kour (hinten rechts) Jakim Leipold (hinten links) zurückhält. Fotos:  Radick

Bad Hersfeld. An der Wilhelm-Neuhaus-Schule können die Schüler ab der dritten Klasse eine zusätzliche Arbeitsgemeinschaft (AG) wählen. Im August vergangenen Jahres stand eine neue AG zur Wahl – die Streitschlichter. Dieses Konzept passte die Lehrerin im Vorbereitungsdienst, Nadine Spahn, die seit August 2008 an der Schule ist, in Absprache mit der Schulleitung für die Schule an.

Die Ziele der AG sind die Förderung des konstruktiven Umgangs mit Konflikten, ein respektvoller Umgang miteinander, Toleranz und die Verbesserung des Schulklimas. Die Motivation ergibt sich aus dem Schulprogramm, dass auf die Kommunikationsfähigkeit und die demokratischen Grundwerte der Schüler großen Wert legt.

Insgesamt neun Schüler der dritten und vierten Klassen haben gemeinsam erarbeitet, was einen Streitschlichter ausmacht, Gesprächsregeln aufgestellt und ihr Wissen in Rollenspielen erprobt. Auch eine Ausrüstung haben sich die Kinder überlegt: Einen Stein, der anzeigt, wer gerade reden darf, eine Münze, mit der ausgelost wird, wer anfängt zu sprechen und einen Spickzettel, auf dem die Regeln des schlichtenden Gesprächs festgehalten sind.

„Das Programm ist ziemlich anspruchsvoll und ich bin überrascht, wie schnell die Kinder gelernt haben und wie motiviert sie dabei waren“ sagte Nadine Spahn begeistert.

Offizielle Streitschlichter

Im Januar testete Nadine Spahn die Fähigkeiten der Schüler in einem großen Rollenspiel mit unbekannter Konfliktsituation und prüfte, ob sie die Lerninhalte anwenden können. Alle neun Schüler bestanden erfolgreich, bekamen eine Urkunde von der Schule und sind nun offizielle Streitschlichter.

Ab April soll ein fester Schlichtungs-Termin angeboten werden, zu dem Schüler in Konfliktsituationen gehen können. Die Streitschlichter fungieren in diesen Konfliktgesprächen als Moderatoren. Dabei soll auch immer eine Lehrkraft anwesend sein. Ein Besuch an der Konrad-Duden-Schule ist ebenfalls geplant, um sich auszutauschen, und damit die Grundschüler sehen, dass das Konzept auch an weiterführenden Schulen wichtig und erfolgreich ist.

Nadine Spahn sieht dabei positiv in die Zukunft. Obwohl es sicher auch schwere Fälle geben wird, in denen die Hilfe einfach nicht angenommen wird, ist sie sicher, dass die Streitschlichter gut angenommen werden. Immerhin habe die Schule auch intern Werbung gemacht.

Von Irene Radick

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