250 Dinge, die wir an der Region mögen (136): Die Luisenschule

Ein besonderes Schulhaus

Der Bau der Bürgerschule – später Luisenschule genannt – begann im Jahre 1829. Foto: Conradi

BAD HERSFELD. „Ein Schulhaus, wie keine Stadt in Hessen es besitzt und auf das wir Hersfelder stolz seyn können!“ Mit diesen Worten lobte ein Zeitzeuge von Leonhard Müller den Schulneubau am Neumarkt 11. Wann wurde das klassizistische Gebäude errichtet?

Ein junger Mann, Leonhard Müller, kam 1827 nach Hersfeld. Der Bau der später Luisenschule genannten Bürgerschule, begann 1829. 1830 bis 1833 ruhten die Bauarbeiten, die sich im folgenden Jahr mit der Grundsteinlegung am 30. Juni 1834 fortsetzten. Das weithin sichtbare Türmchen war in der Planung nicht vorgesehen, wurde aber mit dem Rohbau 1834 aufgesetzt. Als Besonderheit galt damals die Verwendung gebrannter Lehmziegel. Etwa zwei Jahre nach dem Rohbau wurde die endgültige Fertigstellung mit Einweihung am 11. April 1836 gefeiert.

Oben Lehrerwohnungen

Lehrer Mahle, Rektor der Bürgerschule, zog mit elf Klassen in das Gebäude, in den oberen Stockwerken befanden sich Lehrerwohnungen. Bis 1913 blieb die Grund-- oder Bürgerschule in diesem Gebäude. Parallel zu der Bürgerschule existierte seit 1892 eine private Höhere Töchterschule, die sich in einem gelben Gebäude an der Hainstraße befand. 1908 übernahm die Stadt die Schulverwaltung und Direktor Dr. Wilhelm Schoof wurde mit deren Leitung beauftragt. Am 1. April 1910 erhielt die Schule die Anerkennung einer höheren Lehranstalt und den Namen Luisenschule. Doch zwei Schulen reichten nicht aus, um alle Kinder, die schulpflichtig waren, zu unterrichten. Ein Schulneubau an der Vitalisstraße machte es möglich, weitere Klassenräume einzurichten. 1913 zog die Bürgerschule vom Neumarkt 11 in den Neubau an den Anlagen. Das wunderschöne Schulhaus am Neumarkt wurde für die Höhere Töchterschule frei.

Reservelazarett im Krieg

Seitdem wurden bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs Schülerinnen aus nah und fern in der Luisenschule unterrichtet, erhielten ihren Abschluss. Kurz vor Kriegsende, 1944/45 musste ein Reservelazarett in der Schule eingerichtet werden. Ab Oktober 1946 wurde der Schulbetrieb wieder aufgenommen und bis in die 60er Jahre fortgeführt. Schäden zeigten sich schon lange an und in dem Gebäude. Doch die nötigen umfangreiche Renovierungsarbeiten wurden nicht ausgeführt. Inzwischen genügten die Klassenräume und die Ausstattung auch nicht mehr den neuesten Vorgaben für den Unterricht und es kam zu Überlegungen über einen Neubau. Die Planung erfolgte rasch, der erste Spatenstich zum Neubau wurde am 18. Oktober 1967 im Geistal, an der Homberger Straße, vorgenommen.

Umzug ins Geistal 1969

1969 konnte die Höhere Töchterschule umziehen, der Name Luisenschule ging damit verloren. Aus der Höheren Mädchenschule wurde durch eine Umstrukturierung die Gesamtschule Geistal.

Von Gerda Conradi

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